Passanten gehen mit Einkaufstüten der Modekette Zara durch die Innenstadt von Hamburg. | picture alliance/dpa

Aktien unter Druck Zara hängt H&M ab

Stand: 15.12.2021 14:41 Uhr

Die beiden Modeketten Inditex und H&M schlagen sich in der Corona-Krise recht unterschiedlich. Die Spanier, zu denen unter anderem Zara gehört, lassen die Schweden klar hinter sich.

Wie schlägt sich der Textileinzelhandel in Corona-Zeiten? Neue Hinweise darauf bieten aktuelle Quartalsdaten: Bei H&M stieg der Erlös in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 im Jahresvergleich um acht Prozent auf 57 Milliarden schwedische Kronen (umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro). Im Gesamtjahr zog der Umsatz um sechs Prozent auf 199 Milliarden Kronen an.

Es steht also vor beiden Zahlen ein Plus, doch im Vergleich zu Vorkrisenzeiten fallen die Zuwächse mager aus. Denn das Unternehmen aus Stockholm leidet unter hohen Lagerbeständen, auch weil immer wieder neue Corona-Auflagen in einigen Ländern und Regionen das Geschäft bremsen. So waren zu Beginn des vierten Quartals rund 100 Läden vor allem in Südostasien geschlossen. Zum Ende des Quartals waren es 115 Filialen - dieses Mal vor allem in Österreich und der Slowakei. Immerhin erreichten die Schweden mit dem Ergebnis des vierten Quartals das Vorkrisenniveau des Jahres 2018/19.

bei Inditex läuft es besser

Der spanische Konkurrent Inditex mit Marken wie Zara, Bershka oder Massimo Dutti liegt hingegen schon wieder über dem Niveau vor der Pandemie. Treibende Kraft war der Onlinehandel in den ersten neun Monaten. Im Vergleich zum Jahr 2020 legte dieser um 28 Prozent und gegenüber 2019 sogar um 124 Prozent zu. Das Unternehmen aus dem nordspanischen Arteijo in Galicien verbuchte im selben Zeitraum ein Umsatzplus von 37 Prozent auf 19,33 Milliarden Euro.

"Diese Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend und zeigen einmal mehr die Solidität unseres Geschäftsmodells", erklärte Inditex-Chef Pablo Isla mit Blick auf das integrierte Filial- und Onlinegeschäft. Der Nettogewinn schnellte in den ersten neun Monaten um 273 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro in die Höhe.

Zudem kann der Start ins Weihnachtsgeschäft als gelungen bezeichnet werden. So kletterten die Erlöse im Zeitraum November bis zum 10. Dezember gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent, gegenüber dem Vorkrisenniveau im Jahr 2019 immerhin noch um zehn Prozent.

An der Börse führten die Quartalszahlen zu kräftigen Verlusten bei H&M-Aktien, doch auch Inditex-Papiere standen unter Druck.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Dezember 2021 um 08:35 Uhr.