Die Baustelle der Tesla Gigafactory in Grünheide | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

E-Auto-Fabrik in Brandenburg Deutsches Tesla-Werk endgültig genehmigt

Stand: 04.03.2022 17:33 Uhr

Das Land Brandenburg hat die Fabrik des Elektroautobauers Tesla in Grünheide genehmigt - allerdings unter zahlreichen Auflagen. In einigen Wochen dürfte nun die Produktion beginnen.

Rund zwei Jahre nach dem Baustart kann Europas erste "Giga-Factory" des Elektroauto-Herstellers Tesla in Grünheide bei Berlin ihren Betrieb voraussichtlich bald aufnehmen. Brandenburgs Landesamt für Umwelt erteilte heute die endgültige Genehmigung für das Autowerk - allerdings unter Auflagen. Nach Angaben des Bundeslandes will das US-Unternehmen diese innerhalb von zwei Wochen erfüllen.

Die Entscheidung sei "ein kleiner Sonnenstrahl in schwierigen Zeiten", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke. Der SPD-Politiker sprach von einem großen Schritt in die wirtschaftliche Zukunft des Landes. "Wir sind nicht mehr die verlängerte Werkbank des Westens."

Die "Giga Factory" sorgt für zahlreiche neue Arbeitsplätze in der Region. Gut rund 12.000 Jobs werden in der ersten Phase in der Fabrik benötigt. Momentan sind rund 3000 Menschen im Tesla-Werk beschäftigt.

Bescheid umfasst Tausende Seiten

Bis die ersten E-Autos vom Band rollen, muss Tesla noch einige Voraussetzungen erfüllen. Die Genehmigung ist mit mehr als 400 Auflagen verbunden - beispielsweise zum Trinkwasserschutz und zur Lufreinhaltung. So muss Tesla regelmäßig die Luftqualität messen und ein Konzept zur Verhinderung von Störfällen vorlegen.

Der Genehmigungsbescheid umfasst 535 Seiten, dazu 23.700 Seiten als Anlage. Das entspräche der Ladung eines Kleinlasters, sagte Umweltminister Axel Vogel von den Grünen. Insgesamt seien Einwände von mehr als 800 Personen und Organisationen geprüft worden. "Dieses Genehmigungsverfahren war für uns eine Mammutaufgabe."

Streit ums Wasser

Naturschützer und Anwohner sehen mit der Ansiedlung die Wasserversorgung in Gefahr. Ein Teil des Geländes liegt im Wasserschutzgebiet. Tesla hat die Bedenken zurückgewiesen und den geplanten Wasserverbrauch gesenkt. Um die Förderung aus dem Wasserwerk Eggersdorf, das auch Tesla beliefert, tobt ein juristischer Streit. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) verhandelte am Freitag über eine Klage der Grünen Liga und des Naturschutzbundes Brandenburg gegen eine Bewilligung zusätzlicher Wasserentnahme. Der Wasserverband Strausberg-Erkner hat angekündigt, den Versorgungsvertrag mit Tesla zu kündigen, wenn die Genehmigung für das Wasser gekippt werde.

Produktionsstart um mehrere Monate verzögert

Eigentlich wollte Tesla mit der Produktion schon Mitte 2021 starten. Die Genehmigung für die Fabrik hatte sich zuletzt aber immer wieder verschoben, unter anderem weil das Unternehmen seinen Antrag um Pläne für eine eigene Batteriefabrik ergänzt hatte. Tesla hat das Werk auf eigenes Risiko über 19 vorzeitige Zulassungen gebaut, obwohl die abschließende Zulassung fehlte.

In einer ersten Phase sollen bis zu 500.000 Autos pro Jahr in Grünheide gefertigt werden. Tesla will am Standort seiner ersten europäischen "Giga-Factory" auch neuartige Batterien bauen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. März 2022 um 16:01 Uhr und 16:20 Uhr.