Facebook-Chef Mark Zuckerberg |

Streit um Daten Facebook-Chef nimmt Apple ins Visier

Stand: 28.01.2021 10:27 Uhr

In der Pandemie ist Facebook rasant gewachsen. Gründer Mark Zuckerberg will mehr: Er hat den Online-Handel als Profitquelle entdeckt - und Apple als Konkurrenten.

Das soziale Netzwerk Facebook hat im letzten Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn kräftig gesteigert. Der Grund liegt auf der Hand: In Zeiten der Corona-Krise halten die Menschen verstärkt über die digitalen Angebote den Kontakt zueinander. Am Mittwoch hatte Facebook nach Börsenschluss bekannt gegeben, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund ein Drittel auf etwa 28,1 Milliarden Dollar gestiegen ist.

Unter dem Strich fiel das Plus noch deutlicher aus. Der Konzern steigerte den Gewinn um 53 Prozent auf rund 11,2 Milliarden Dollar. Experten unterstrichen, dass die Zahlen besser ausgefallen sind als prognostiziert. Das Online-Netzwerk habe im Schlussquartal 2020 die Erwartungen klar übertroffen, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Heath Terry.

Ungeachtet der weiter bestehenden Unsicherheiten über mögliche Regulierungsmaßnahmen dürften sich die beschleunigte Umsatzentwicklung und die intensivere Nutzung durch die Mitglieder fortsetzen, meint Terry.     

Amazon- und Facebook-App auf Smartphone |

Facebook hat den Onlinehandel entdeckt.

Shoppen mit Instagram und Apps

Aber die Art der Nutzung und die Struktur der Gewinne werden sich wohl verändern. Bislang macht Facebook rund 97 Prozent des Umsatzes mit Anzeigen. Mark Zuckerberg hat längst die Chancen des Onlinehandels erkannt und verstärkt seine Bemühungen, auch in diesem Markt Profit zu erzielen - in Pandemiezeiten offensichtlich das richtige Rezept.

Mit Angeboten wie Instagram Shopping oder Facebook Marketplace kann der US-Konzern davon profitieren, dass in der Krise immer mehr Menschen online einkaufen. Zudem kamen kürzlich Kaufmöglichkeiten innerhalb von Apps hinzu. Die Marktanalysten der Bank of America stellen fest, dass die Investition in E-Commerce sich genau in dem Moment auszahle, in dem herkömmliche Geschäfte mehr Online-Aktivitäten anstrebten.

Nutzerzahlen wachsen und wachsen

Auch die Nutzerzahl legte im vierten Quartal zu. Mindestens einmal im Monat kamen 2,8 Milliarden Nutzer zu Facebook. Das sind 60 Millionen mehr als im Vorjahresquartal. Auf den Tag gesehen waren waren es 1,84 Milliarden Nutzer - 2019 lag die Zahl noch bei 1,82 Milliarden. Insgesamt griffen 3,3 Milliarden Menschen monatlich auf mindestens eine App des Facebook-Konzerns wie Instagram oder WhatsApp zu.

Die von den Märkten, Anlegern und Experten mit großem Interesse beachteten Prognosen fallen aber zurückhaltend aus. Das Facebook-Management sprach von "bedeutenden Unwägbarkeiten" in der Zukunft. In der Pandemie habe man vom allgemeinen Schub des Online-Geschäfts profitiert. Sollte sich dieser Trend jedoch umkehren, werde das auch das Wachstum von Facebooks Werbeerlösen gebremst.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei die Situation rund um die Datenübermittlung aus der Europäischen Union. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen Sommer auch die neue Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" gekippt.

Krach mit Apple?  

In diesem Zusammenhang wurden kritische Äußerungen Zuckerbergs zum Thema Apple aufmerksam registriert. Der iPhone-Konzern hatte gestern ebenfalls ausgezeichnete Quartalszahlen präsentiert. Apple bereitet Facebook schon seit Monaten Sorgen mit dem Plan, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre zu geben. Das Geschäftsmodell von Facebook lebt von den Daten der Nutzer - und von fehlender Kontrolle.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg attackierte deshalb Apple. Apple möge behaupten, den Leuten helfen zu wollen, doch die Maßnahmen des Konzerns folgten klar Wettbewerbsinteressen, sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Ich möchte betonen, dass wir Apple verstärkt als einen unserer größten Konkurrenten sehen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2021 um 07:35 Uhr.