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US-Industrieriese Aus General Electric werden drei Konzerne

Stand: 09.11.2021 18:22 Uhr

Das einstige US-Vozeigeunternehmen General Electric eifert seinem deutschen Konkurrenten Siemens nach. Die Geschäfte mit Gesundheit und Energie sollen künftig eigenständige Unternehmen sein.

Luftfahrt, Gesundheit und Energie - in diese drei Sparten will sich der US-Industrieriese General Electric (GE) aufspalten. Das teile das Unternehmen heute in Boston mit.

Anfang 2023 soll der Gesundheitsbereich herausgelöst werden und sich künftig auf Präzisionsmedizin konzentrieren. GE will einen Anteil von 19,9 Prozent behalten. Ein Jahr später werden die Bereiche Erneuerbare Energien, Energieerzeugung und Digitales zusammengefasst. Was dann von GE übrig bleibt, wird ein Unternehmen sein, dass sich auf die Luftfahrt konzentriert und deren Zukunft gestalten will, heißt es.

Absturz in der Wirtschaftskrise

Das sei ein entscheidender Moment, sagte GE-Chef Larry Culp. Durch die Aufspaltung könne langfristig Wachstum und Wert geschaffen werden. Der Schuldenabbau soll weiter ein wichtiges Ziel sein.

Vor 20 Jahren noch war GE das wertvollste Unternehmen der Welt, stürzte dann aber in der Weltwirtschaftskrise ab. Zur Zeit beschäftigt der Konzern noch rund 170.000 Menschen und arbeitet seit Jahren an seiner Sanierung. Der Umbau des deutschen Konkurrenten Siemens dürfte dabei ein Vorbild sein. Siemens ist allerdings inzwischen etwa 20 Milliarden Dollar mehr wert als der US-Konkurrent.

Aufspaltung weltweit im Trend

Siemens hatte die Medizintechnik-Tochter als eigenständiges Unternehmen (Siemens Healthineers) an die Börse gebracht und zuletzt auch das Geschäft mit konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien abgespalten. Der frühere Mutterkonzern hält heute nur noch 35 Prozent an Siemens Energy. Alle drei Unternehmen sind heute im Leitindex DAX notiert.

Bei Investoren kamen die Pläne von General Electric gut an. Die GE-Aktie stieg um 6,8 Prozent und näherte sich dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Viele Großkonzerne weltweit haben sich in den vergangenen Jahren zur Aufspaltung entschlossen. Dahinter steht die Überlegung, dass Konglomerate meist einen geringeren Wert erreichen als zusammengenommen die einzelnen Teile eines Konzerns, wenn sie separat an der Börse notiert sind.

Mit Informationen von Katrin Brand, ARD-Studio Washington.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2021 um 18:30 Uhr.