Verschiedene Gasrohre | dpa

Bundesnetzagentur Gasdaten sammeln für den Krisenfall

Stand: 21.04.2022 14:07 Uhr

Die Bundesnetzagentur bereitet sich mit einer großen Untersuchung zum Gasverbrauch auf den Krisenfall vor. Von heute an erhebt sie zunächst Daten der Gasnetzbetreiber und im Mai dann von großen Gasverbrauchern.

Von Anne Burghard, WDR

Die Bundesnetzagentur wappnet sich für den Fall, dass kein Gas mehr aus Russland nach Deutschland fließt. Dafür fließen die Daten der Gasnetzbetreiber in die neue Sicherheitsplattform Gas. Diese wird gemeinsam vom Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnetzagentur und Trading Hub Europe entwickelt. Auf dieser Plattform, die ab Oktober final in Betrieb genommen werden soll, müssen sich zukünftig alle großen Gasverbraucher, Versorger, Händler und Netzbetreiber registrieren.

Daten für effizientes Krisenmanagement

Das Ziel ist ein effizientes Management im Krisenfall. "Wir bereiten uns intensiv auf eine Lage vor, in der die Bundesnetzagentur Lieferreduzierungen von großen Gasverbrauchern verfügen muss. Gleichzeitig tun wir alles, damit diese Situation nicht eintritt", sagt Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur.

Die nun gestartete Datenabfrage bei den Gasnetzbetreibern dient als erster Vorbereitungsschritt. Im Mai will die Bundesnetzagentur auch bei den großen Gasverbrauchern eine solche Abfrage starten - beispielsweise bei Unternehmen in der Stahlbranche.

Folgen für Betriebe besser einschätzen

Mit den erhobenen Daten hofft die Bundesnetzagentur, Folgen für die Betriebe besser einschätzen zu können für den Fall, dass wirklich der Gasverbrauch reduziert werden muss. Denn dann wäre es die Aufgabe der Bundesnetzagentur, den Gasverbrauch zu regeln und über die Zuteilung der vorhandenen Mengen zu entscheiden. Grundlage dafür ist der Gas-Notfallplan.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2022 um 20:00 Uhr.