Galeria-Schild in einem Kaufhaus | dpa

Verzicht auf Traditionsnamen Galeria ersetzt Karstadt und Kaufhof

Stand: 26.10.2021 17:27 Uhr

Die traditionsreichen Namen Karstadt und Kaufhof sind Geschichte. Zukünftig wird nur noch der Name Galeria an den verbliebenen großen Warenhäusern prangen. Das ist Teil einer Neuausrichtung, die der Konzern vorantreibt.

Deutschlands letzte große Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof will sich neu erfinden. Die Namen Karstadt und Kaufhof verschwinden im Zuge dieser Neuausrichtung endgültig. Künftig will der Konzern mit Hauptsitz in Essen bei seinen 131 Warenhäusern nur noch unter dem Namen Galeria auftreten. "Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden", sagte Galeria-Chef Miguel Müllenbach der Nachrichtenagentur dpa.

Zu diesem Zweck will der Konzern die zum Teil in die Jahre gekommenen Filialen in den kommenden Jahren verändern und auf die Zukunft ausrichten. "Mit unseren teuren Innenstadtlagen können wir nicht Preisführer sein", sagte Müllenbach. Stattdessen will der Manager der Kundschaft ein "besonderes Einkaufserlebnis mit ausgewählten Produkten und hoher Aufenthaltsqualität" bieten. Die Warenhäuser sollten "zu Wohlfühlorten werden, an denen die Menschen gerne ihre Freizeit verbringen - einkaufen, aber auch Dienstleistungsangebote nutzen oder Gastronomie und Kultur genießen".

600 Millionen Euro Investitionen

Galeria will insgesamt 600 Millionen Euro in die Modernisierung investieren. Mit 400 Millionen Euro davon sollen Filialen umgebaut werden, bis zu 60 Häuser vollständig, der Rest zumindest teilweise. Geld soll auch in den Online-Shop, die IT und die Logistik fließen.

Drei Warenhäuser in Frankfurt am Main, in Kassel und im niederrheinischen Kleve hat Galeria bereits zu Pilotfilialen unterschiedlicher Größe umgebaut, die ab Mittwoch von der Kundschaft unter die Lupe genommen werden können.

Auch im Internet will Galeria stärker punkten. "Wir werden in diesem Jahr online über 200 Million Euro Umsatz machen und wollen das zeitnah vervierfachen", erklärte Müllenbach. Zum Vergleich: Der Online-Gigant Amazon setzte im vergangenen Jahr knapp 30 Milliarden US-Dollar in Deutschland um.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2021 um 17:16 Uhr.