Galeria-Schild in einem Kaufhaus | dpa

Einzelhandel Galeria beantragt erneut Staatshilfe

Stand: 08.12.2021 10:09 Uhr

Wegen der Einführung der 2G-Regel befürchtet der Einzelhandel Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Besonders hart trifft die Pandemie den Warenhauskonzern Galeria. Der will erneut Staatshilfe in Anspruch nehmen.

Der aus der Fusion zwischen Karstadt und Kaufhof hervorgegangene Warenhauskonzern Galeria steckt erneut in Geldnöten. Wie Finanzvorstand Guido Mager der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte, hat der Konzern bis zu 220 Millionen Euro vom Bund aus dem so genannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds beantragt. Der Fonds war zu Beginn der Corona-Krise eingeführt worden, um notleidende Unternehmen zu retten.

Als Grund nannte der Manager die befürchteten Umsatzeinbußen nach der Verschärfung der Corona-Regeln. "Wir gehen im Dezember von einem Umsatzrückgang um 40 Prozent aus", sagte Mager der Zeitung.

Die Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel sowie die Absage zahlreicher Weihnachtsmärkte und verkaufsoffener Sonntage führe dazu, dass deutlich weniger Menschen in die Innenstädte kämen als in der Weihnachtszeit üblich. Die verschärften Regeln glichen einem Quasi-Lockdown mitten im Weihnachtsgeschäft, sagte Mager.

Konzern hofft auf Entscheidung noch im Dezember

Auch der Branchenverband HDE beklagt, dass die verschärften Einschränkungen den Umsatz im Filialgeschäft des Einzelhandels um 50 Prozent einbrechen ließen. Deshalb fordert er deutlich bessere Corona-Hilfen für die Branche.

Die Branche brauche "umfassende Entschädigungsregelungen, die den betroffenen Einzelhandelsunternehmen klare Rechtsansprüche vermitteln", so der Verband. Das müsse dann deutlich mehr sein als die bisherigen Fixkostenzuschüsse. Diese ersetzten allenfalls ein Viertel der tatsächlichen durch die Corona-Maßnahmen entstandenen Verluste der Einzelhändler. Auch sollte die 2G-Regel aus Sicht des HDE in Abhängigkeit von lokalen Infektionszahlen und nicht einfach flächendeckend verordnet werden.

Laut Galeria-Vorstand Mager habe der Antrag auf Staatshilfe in Berlin keine große Überraschung ausgelöst. "Man war in Berlin nicht überrascht, dass uns als innerstädtischer Händler die Pandemiefolgen erneut besonders stark betreffen", so der Finanzchef. Daher erwartet er eine "wohlwollende Entscheidung" noch in diesem Kalenderjahr.

Galeria hatte sich bereits im Januar mit dem Bund auf einen Kredit in Höhe von 460 Millionen Euro verständigt. "Die 460 Millionen Euro haben eine Laufzeit bis 2026", sagte der Finanzchef. Für sie würden auch Zinsen fällig. Das Unternehmen gehört der Signa-Holding des österreichischen Investors René Benko. Die hat die seit vielen Jahren angeschlagene Kaufhauskette neu geordnet und will sich von zahlreichen Filialen trennen.