Weibliche Abgeordnete unterhalten sich in einer Gruppe am Rande einer Plenarsitzung (Archivbild). | dpa

Frauenquote in Frankreich Mehr Französinnen in Führungspositionen

Stand: 16.12.2021 16:29 Uhr

Frankreich bekommt eine Frauenquote: In allen großen Unternehmen müssen künftig mindestens 30 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt sein. Das hat das Parlament beschlossen.

In französischen Unternehmen wird künftig eine Frauenquote gelten. Die französische Nationalversammlung einigte sich heute darauf, eine für Verwaltungsräte bereits geltende Regelung auch auf die Führungsposten große Unternehmen auszuweiten. "In der Wirtschaft ist jetzt die Zeit der Gleichheit zwischen Männern und Frauen gekommen", sagte Marie-Pierre Rixain, Abgeordnete der Regierungspartei LREM.

Laut Gesetzestext müssen ab 2027 mindestens 30 Prozent der Führungskräfte weiblich sein, ab 2030 steigt die Quote auf 40 Prozent an. Um die Umsetzung prüfen zu können, müssen große Unternehmen künftig die Zusammensetzung ihrer Führungsetage offen legen. Gelten wird die Quote für Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden.

44 Prozent weibliche Verwaltungsräte in Frankreich

Bereits seit zehn Jahren gilt in Frankreich eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Verwaltungsräte. Dort war die Einführung bereits erfolgreich: Im Jahr 2019 waren knapp 44 Prozent der Sitze in Verwaltungsräten der 120 wichtigsten börsennotierten Unternehmen mit Frauen besetzt. Zum Vergleich: Vor Einführung der Frauenquote waren gerade einmal zehn Prozent der Gremiumsmitglieder weiblich.

In den Vorständen ist eine solche Quote längst nicht erreicht und schwerer von außen durchzusetzen, weil Direktorinnen anders als Aufsichtsräte nicht einfach von außen berufen werden können. Von den Führungskräften waren 2019 allerdings nur 19 Prozent weiblich: "Die Glasdecke zwischen der Unternehmensführung und den Verwaltungsräten ist undurchlässig geblieben", bedauerte die Gleichstellungsministerin Elisabeth Moreno. Mit dem heute verabschiedeten Gesetz will sie dagegen nun vorgehen.

Auch in Deutschland setzt man auf eine Quote, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen: Für große Unternehmen sind im August neue Bestimmungen zur Besetzung von Spitzenpositionen mit Frauen in Kraft getreten. Das sogenannte Zweite Führungspositionen-Gesetz verpflichtet börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen dazu, dass mindestens eine Frau im Vorstand vertreten ist, wenn Stellen neu besetzt werden.