Fahne mit dem Logo des französischen Energieversorgers EDF | REUTERS

Frankreich Stromkonzern zurück in Staatshand

Stand: 06.07.2022 16:50 Uhr

Der französische Stromkonzern EDF wird wieder komplett vom Staat übernommen. Ziel der Regierung ist es, die Stromversorgung im Land zu sichern. Präsident Macron hatte die Re-Verstaatlichung bereits angekündigt.

Frankreich will den nationalen, hoch verschuldeten Stromkonzern EDF wieder komplett verstaatlichen. "Wir müssen unsere Souveränität angesichts der Konsequenzen des Krieges in der Ukraine sicherstellen", sagte Premierministerin Élisabeth Borne in ihrer Regierungserklärung im Parlament. "Ich bestätige die Absicht des Staates, 100 Prozent des Kapitals von EDF zu halten."

EDF befindet sich bereits zu mehr als 80 Prozent in der Hand des französischen Staates. Präsident Emmanuel Macron hatte im März angekündigt, den Konzern wieder vollständig zu verstaatlichen. Mit diesem Schritt soll der angestrebte Ausbau der Atomkraft in Frankreich sichergestellt werden.

Paris setzt bei Energiewende auf Atomstrom

Die Energiewende werde mithilfe der Atomkraft gelingen, sagte Borne im Parlament in Paris. Um als erstes große Land komplett auf fossile Energiequellen verzichten zu können, werde Frankreich erneuerbare Energie und die Atomkraft ausbauen, weitere neue Atomkraftwerke sollten gebaut werden. Die Premierministerin rechnet nach eigener Aussage damit, dass Russland seine Gaslieferungen weiter drosselt. Darauf müsse sich der Staat vorbereiten.

EDF kämpft mit drastischen Kostensteigerungen und Verzögerungen beim Bau seiner seinen neuen Atomkraftwerken in Frankreich und Großbritannien. Hinzu kommen Mängel an einigen der älteren Reaktoren, was sich negativ auf den Aktienkurs von EDF auswirkte.