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Studie zum Arbeitsmarkt Fachkräftemangel lässt Löhne steigen

Stand: 06.01.2021 15:20 Uhr

Wo gutes Personal rar ist, müssen Arbeitgeber mit mehr Geld locken. Mit dem Fachkräftemangel steigen die Löhne in manchen Branchen überdurchschnittlich stark. In welchen, zeigt eine neue Studie.

Gut ausgebildetes Personal kann vom Fachkräftemangel finanziell profitieren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Danach hat der Mangel an spezialisierten Kräften dazu geführt, dass die Löhne und Gehälter in vielen betroffenen Branchen überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

"Seit 2013 werden Berufe, in denen geeignetes Personal knapp ist, im Vergleich zu Berufen mit genügend Arbeitskräften immer besser bezahlt - zumindest bei Hochqualifizierten", heißt es in der Studie des arbeitgebernahen Kölner Instituts, die auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit erstellt wurde.

Überdurchschnittliche Lohnerhöhungen

Während die Löhne in Deutschland zwischen 2013 und 2019 im Schnitt um rund 15 Prozent stiegen, lagen die Zuwächse in Branchen mit Fachkräftemangel laut IW-Studie zum Teil deutlich darüber. So verdiente Personal in der Altenpflege 24 Prozent mehr als sechs Jahre zuvor, im Straßenbau betrug der durchschnittliche Lohnzuwachs 19 Prozent. In der öffentlichen Verwaltung wurde im vergangenen Jahr 18 Prozent mehr verdient als 2013.

Allerdings profitierten nicht alle Beschäftigten gleichermaßen: "Es sind in erster Linie Hochqualifizierte, die ihre Knappheit in höhere Löhne umsetzen können", so die Wissenschaftler. "Für Fachkräfte in Ausbildungsberufen kann hingegen kein Zusammenhang festgestellt werden." Ein Grund: Hochqualifizierte Fachleute seien eher bereit, für eine gut bezahlte Stelle den Wohnort zu wechseln. Das erhöhe den Druck auf die Arbeitgeber und stärke die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer, so IW-Bildungsexperte Alexander Burstedde.

Kein Automatismus

In einigen Branchen sind die Löhne laut Institut auch ohne Personalengpässe kräftig gestiegen - unter anderem in der Fußpflege, der Kosmetikbranche und bei angestellten Zahnmedizinern. In allen drei Bereichen wurde zwischen 2013 und 2019 ein Lohnzuwachs von 30 Prozent verzeichnet.

Andererseits gab es auch Zweige, in denen die Löhne trotz Fachkräftemangels nur unterdurchschnittlich gestiegen sind - so etwa bei Brandschutzfachkräften und Lokführern.