Das Logo von Meta wird auf einem Smartphone angezeigt. Im Hintergrund sind die Logos von Facebook, Messenger, Instagram, Whatsapp und Oculus zu sehen. | dpa

Britische Kartellbehörde Meta muss Giphy wieder verkaufen

Stand: 30.11.2021 13:57 Uhr

Die britische Wettbewerbsaufsicht CMA fordert den Verkauf der Clip-Plattform Giphy durch Meta. In der Begründung heißt es, der Kauf ersticke den Wettbewerb im Bereich animierter Bilder.

Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) verlangt vom Facebook-Konzern Meta, seine GIF-Plattform Giphy wieder zu verkaufen. Die Behörde erklärte, der im vergangenen Jahr angekündigte Kauf des Start-up schade den Nutzern sozialer Netzwerke, indem er den Wettbewerb im Bereich animierter Bilder ersticke.

Giphy ist eine US-amerikanische Plattform mit Firmensitz in New York, mit der Nutzer animierte GIF-Dateien suchen und teilen können. Die Firma wurde 2013 gegründet; als Unternehmensziel gibt sie an, "Kommunikation spaßiger machen" zu wollen. Meta hatte das Unternehmen für rund 350 Millionen Euro gekauft. Nun muss Facebook die Clip-Plattform wieder abgeben.

Deal schaffe eine "beträchtliche Marktmacht"

Der Deal ermögliche es Facebook sonst, "seine bereits beträchtliche Marktmacht zu steigern", indem der Zugang anderer Plattformen zu Giphy-GIFs verweigert oder eingeschränkt werde. Apps wie TikTok, Twitter und Snapchat könnten dazu gezwungen werden, mehr Nutzerdaten zu übermitteln, um Giphy verwenden zu dürfen.

Außerdem könnte der Verkehr auf Meta-eigene Webseiten wie Facebook, WhatsApp und Twitter gelenkt werden. Ohnehin würden diese Angebote schon 73 Prozent der Zeit, die britische Nutzer in sozialen Medien verbringen, auf sich vereinen. 

60 Millionen Euro Bußgeld

Berichten zufolge ist es das erste Mal, dass die CMA anstrebt, einen Tech-Deal aufzulösen. Bereits im Oktober hatte die CMA Meta ein Bußgeld von 60 Millionen Euro angedroht, da Meta sich geweigert hatte, Informationen über den Giphy-Kauf weiterzugeben. Nach Rücksprache mit anderen Unternehmen sei man nun zu dem Schluss gekommen, dass der US-Riese Giphy an einen zugelassenen Käufer veräußern müsse. Nur so könnten Wettbewerbsbedenken ausgeräumt werden.

Alternative Lösungen, die Facebook vorgeschlagen hatte, wurden abgewiesen. "Indem wir von Facebook verlangen, Giphy zu verkaufen, schützen wir Millionen von Nutzern sozialer Medien und fördern den Wettbewerb und die Innovation in der digitalen Werbung", sagte Stuart McIntosh, der Vorsitzende der Gruppe, die die Untersuchung durchgeführt hatte.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. November 2021 um 13:25 Uhr.