Firmenchef Mark Zuckerberg verkündet die Umbenennung von Facebook in Meta. | AP

Socialmedia-Konzern Facebook tauft sich in Meta um

Stand: 28.10.2021 21:29 Uhr

Der Facebook-Konzern gibt sich einen neuen Namen: Die Muttergesellschaft aller Dienste wird künftig Meta heißen. Der Name Facebook könne nicht mehr die ganze Angebotspalette widerspiegeln, erklärte CEO Zuckerberg.

Das Online-Netzwerk Facebook wird auch weiterhin so heißen, aber die Dachgesellschaft benennt sich in Meta um, gab Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bekannt. Mit dem neuen Namen will er den Fokus auf die neue virtuelle Umgebung "Metaverse" lenken, in der er die Zukunft der digitalen Kommunikation - und auch seines Unternehmens sieht.

Damit soll der Konzern stärker aus dem Schatten seiner ursprünglichen und bisher wichtigsten Plattform Facebook geführt werden. Zur Firmengruppe gehören neben Instagram auch die Chat-Apps WhatsApp und Messenger. "Wir werden heute als Social-Media-Unternehmen gesehen, aber im Kern sind wir ein Unternehmen, das Menschen verbindet", sagte Zuckerberg. Der Name Facebook habe damit nicht mehr die ganze Angebotspalette des Konzerns widerspiegeln können.

Wette auf die virtuelle Realität

Im "Metaverse" sollen nach der Vorstellung des 37-jährigen Facebook-Gründers physische und digitale Welten zusammenkommen. Dabei setzt Zuckerberg zum einen auf die virtuelle Realität (VR), bei der die Nutzer mit Spezial-Brillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen können. Zum Facebook-Konzern gehört auch die VR-Firma Oculus.

Als "Metaverse"-Baustein sieht der Facebook-Gründer aber auch die sogenannte erweiterte Realität (AR, Augmented Reality), bei der digitale Inhalte auf Displays oder mit Hilfe von Projektor-Brillen für den Betrachter in die reale Umgebung eingeblendet werden. "Wir glauben, dass das 'Metaverse' der Nachfolger des mobilen Internets sein wird", betonte Zuckerberg. Facebook baut seine virtuellen Welten unter dem Namen Horizon aus und hofft, zum Jahr 2030 eine Milliarde Nutzer zu haben, um mehrere Hundert Millionen Dollar an Geschäften abzuwickeln.

Enthüllungen und Vorwürfe

Mit der Ankündigung zur Umbenennung lenkt das Unternehmen allerdings auch von zahlreichen Problemen in jüngster Zeit ab. Dem Internetriesen wird bereits seit geraumer Zeit vorgeworfen, nicht ausreichend gegen die Verbreitung von Hassbotschaften und Mobbing auf seinen Plattformen vorzugehen,

Der Konzern geriet in den vergangenen Wochen erneut stark unter Druck durch interne Unterlagen, die von einer ehemaligen Mitarbeiterin öffentlich gemacht wurden. Frances Haugen warf ihrem früheren Arbeitgeber vor, eigene Gewinne über die Sicherheit seiner Nutzer und das Gemeinwohl zu stellen. Facebook wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Auch Google benannte sich um

Facebook ist nicht der erste Silicon-Valley-Konzern, der seinen Firmennamen ändert, um zu signalisieren, dass sich die Ausrichtung des Unternehmens erweitert hat. So setzte Google 2015 eine neue Holdinggesellschaft mit dem Namen Alphabet über den Konzern. Der Internet-Konzern wollte damit signalisieren, dass er nicht nur eine Suchmaschine und ein Cloud-Geschäft betreibt, sondern auch Ambitionen bei fahrerlosen Autos, Gesundheitslösungen und anderen High-Tech-Bereichen hegt.

Allerdings werden fast alle Erlöse von Alphabet nach wie vor bei Google erwirtschaftet, und die anderen Firmen schreiben unterm Strich nur Verluste. Google-Chef Sundar Pichai steht inzwischen auch an der Alphabet-Spitze.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Oktober 2021 um 21:03 Uhr.