Flugzeuge der Fluggesellschaft Eurowings stehen geparkt auf dem Vorfeld. (Archiv: 06.10.2022) | dpa

Eurowings-Pilotenstreik Fluglinie will Angebot nicht verbessern

Stand: 17.10.2022 14:30 Uhr

Im Pilotenstreik bei Eurowings sind die Fronten verhärtet. Der Finanzchef der Airline sagte, man sei an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren gekommen. Um Mitternacht hatte ein dreitägiger Streik begonnen.

Im Pilotenstreik bei Eurowings lehnt das Unternehmen es ab, ein besseres Angebot vorzulegen. Der Finanzchef der Airline, Kai Duve, sagte, dass seine Firma nach dem jüngsten Angebot an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren gekommen sei.

Er forderte die Pilotengewerkschaft Cockpit auf, auf dieser Basis an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir müssen jetzt sprechen, bis dahin wird es kein neues Angebot geben." Der Streik koste die Firma jeden Tag einen zweistelligen Millionenbetrag. Das gefährde Arbeitsplätze.

Etwa die Hälfte der Flüge fallen aus

Um Mitternacht hatte ein dreitägiger Streik der Pilotengewerkschaft begonnen. Eurowings ging davon aus, dass heute nur 230 von 400 Flügen stattfinden können.

Allein am Flughafen Düsseldorf wurden über 50 Verbindungen annulliert, Dutzende Flüge fielen auch an den Airports Köln, Hamburg, Stuttgart und Berlin aus. Alle Flughäfen baten die Fluggäste, sich vor Abflug auf der Website von Eurowings oder an den jeweiligen Airports über den Status ihres Flugs zu erkundigen.

Eurowings hatte angestrebt, gut die Hälfte der Verbindungen trotzdem anzubieten - ob das Ziel zu halten ist, war am Vormittag noch nicht absehbar. Auch für Dienstag und Mittwoch ist laut Airline vorgesehen, dass mehr als die Hälfte der Flüge trotz des Streiks stattfindet. Es werde erwartet, dass trotz des Aufrufs zahlreiche Pilotinnen und Piloten "zum Dienst erscheinen und möglichst viele Fluggäste an ihre Ziele bringen wollen", hieß es am Wochenende.

Gewerkschaft will längere Ruhezeiten

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert vor allem eine Begrenzung der maximalen Flugdienstzeiten und eine Verlängerung der Ruhezeiten der Piloten und Pilotinnen. Es geht unter anderem um 14 zusätzliche freie Tage, die Cockpit verlangt. Eurowings ist zu zehn zusätzlichen Tagen bereit. Nicht von dem Streik betroffen sind Flüge von Eurowings Europe sowie der Airline Eurowings Discover.

Eurowings wirft der Gewerkschaft vor, Arbeitsplätze sowie "mutwillig die Zukunft der Eurowings Deutschland" zu gefährden. VC wiederum hält das von der Airline vorgelegte Angebot für einen Manteltarifvertrag für "unzureichend". Die Praxis des Unternehmens, "die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig bis an die gesetzlichen Grenzwerte zu verplanen", führe zu großen Belastungen.

Bereits am 6. Oktober war einen Tag lang gestreikt worden - dabei war rund die Hälfte der 500 geplanten Flüge ausgefallen, bis zu 30.000 Passagiere waren betroffen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Oktober 2022 um 12:00 Uhr.