Eine AstraZeneca-Ampulle steht auf einer EU-Flagge. | REUTERS

Einigung mit EU Impfstoff-Streit mit AstraZeneca beigelegt

Stand: 03.09.2021 12:57 Uhr

Die EU hatte den Pharmakonzern AstraZeneca verklagt, weil er weniger Impfstoff lieferte als vertraglich vereinbart. Nun wurde der Streit beigelegt - und die Lieferung von 200 Millionen Impfdosen bis April 2022 vereinbart.

Die EU-Kommission und die Pharmafirma AstraZeneca haben ihren laufenden Rechtsstreit zur Lieferung von Corona-Impfdosen außergerichtlich beigelegt. Damit werde die Lieferung von 135 Millionen Impfstoffdosen allein in der zweiten Jahreshälfte 2021 garantiert. Insgesamt sollen bis März 2022 200 Millionen Dosen an die EU gehen.

"Obwohl wir diese Woche den wichtigen Meilenstein der vollständigen Impfung von 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der EU erreicht haben, gibt es große Unterschiede zwischen den Impfquoten unserer Mitgliedstaaten. Die kontinuierliche Verfügbarkeit von Impfstoffen, inklusive von AstraZeneca, bleibt daher ausschlaggebend", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Einseitig Lieferungen gekürzt

Die EU-Kommission hatte Ende April juristische Schritte gegen AstraZeneca eingeleitet. Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den Monaten zuvor immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Ein belgisches Gericht urteilte im Juni, dass AstraZeneca seinen Vertrag mit der EU ernsthaft verletzt habe. Das Unternehmen selbst bestritt aber stets, den mit der EU geschlossenen Vertrag gebrochen zu haben und verwies auf Produktionsprobleme. Mit der jetzigen Einigung ist der Rechtsstreit nach Angaben beider Seiten ad acta gelegt.

Genaue Lieferpläne

AstraZeneca-Vizepräsident Ruud Dobber sagte einer Mitteilung zufolge, er freue sich sehr, "dass wir ein gemeinsames Verständnis erzielen konnten, das es uns ermöglicht, gemeinsam mit der Europäischen Kommission voranzukommen und zur Überwindung der Pandemie beizutragen". Das Unternehmen wolle eng mit der Kommission zusammenarbeiten, um die Impfallianz Covax zu unterstützen.

Der Konzern verpflichtet sich nach eigenen Angaben zur Lieferung von 60 Millionen Impfdosen bis zum Ende des dritten Quartals 2021 sowie 75 Millionen Dosen zum Ende des vierten Quartals. "Den Mitgliedstaaten werden regelmäßige Lieferpläne zur Verfügung gestellt, und im Falle einer verspäteten Dosierung gelten begrenzte Rabatte", teilte das Unternehmen mit.

Über eine Milliarde Dosen produziert

Nach Angaben von AstraZeneca hat der Hersteller gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 170 Staaten rund 1,1 Milliarden Dosen zur Verfügung gestellt. Davon seien etwa zwei Drittel an ärmere Länder gegangen. In Großbritannien wurde ein Großteil der Bevölkerung mit dem Vakzin immunisiert.

Über dieses Thema berichteten am 03. September 2021 Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 12:00 Uhr.