Ex-US-Präsident Donald Trump | AFP

Ex-US-Präsident Trump Immobilien zu hoch bewertet?

Stand: 19.01.2022 14:24 Uhr

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Ex-Präsident Donald Trump vor, den Wert seiner Immobilien in betrügerischer Absicht zu hoch angesetzt zu haben. Sie fordert eine Vorladung Trumps.

Das Firmenimperium des früheren US-Präsidenten Donald Trump hat nach Ansicht der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wiederholt betrügerische Geschäftspraktiken angewendet. Sie bezog sich dabei auf "bedeutende" neue Beweise für die angeblich betrügerischen und irreführenden Praktiken. Deren Ziel sei es gewesen, sich eine "Vielzahl von wirtschaftlichen Vorteilen" zu verschaffen.

James bat das Gericht außerdem, Vorladungen von Trump und seinen Kindern Ivanka und Donald Jr. zu erzwingen. Ivanka Trump und ihr Bruder sollen in den laufenden zivilrechtlichen Ermittlungen gegen die Trump Organization unter Eid aussagen.

Falsche Angaben zum Immobilienwert

Bei den umfassenden Ermittlungen geht es unter anderem um den Verdacht, dass Trumps Firma falsche Angaben zum Wert ihrer Immobilien gemacht hat. "Bislang haben wir im Rahmen unserer Ermittlungen erhebliche Beweise aufgedeckt, die darauf hindeuten, dass Donald Trump und die Trump Organization mehrere Vermögenswerte falsch und in betrügerischer Absicht bewertet und diese Werte gegenüber Finanzinstituten zum wirtschaftlichen Vorteil falsch dargestellt haben", so James weiter.

Danach hätten Donald Trump und die Trump Organization den Wert von sechs Immobilien falsch angegeben, darunter eine an der Wall Street und Golfclubs in Schottland und Westchester County außerhalb von New York City.

"Donald Trump, Donald Trump Jr. und Ivanka Trump waren alle eng in die fraglichen Transaktionen involviert, daher werden wir ihre Versuche, sich der Aussage in dieser Untersuchung zu entziehen, nicht tolerieren", die Generalstaatsanwältin. Auf Twitter schrieb sie außerdem: "Niemand steht über dem Gesetz."

Ermittlungen durch Trump verzögert

Im Dezember war Trump gerichtlich gegen Staatsanwältin James vorgegangen. Dabei verglich er die Ermittlungen immer wieder mit einer "Hexenjagd". James kritisierte dieses Verhalten und sagte, die Trump Organization versuche seit zwei Jahren, die Ermittlungen unter anderem mit Verzögerungstaktiken auszubremsen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Januar 2022 um 18:00 Uhr.