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Neues Flüssiggas-Terminal EnBW will LNG über Stade beziehen

Stand: 31.03.2022 13:14 Uhr

Das geplante Terminal für Flüssiggas in Stade hat einen ersten Großkunden: Der Energieversorger EnBW hat eine Grundsatzvereinbarung mit dem Betreiber beschlossen. Das LNG-Terminal soll 2026 in Betrieb gehen.

Der Energieversorger EnBW will künftig mindestens drei Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) pro Jahr über das geplante LNG-Terminal in Stade beziehen. EnBW und der Betreiber Hanseatic Energy Hub (HEH) unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung, wie beide Unternehmen mitteilten.

Das Terminal in Stade soll ab 2026 bereitstehen und in der Endstufe über eine geplante Regasifizierungskapazität von zwölf Milliarden Kubikmetern pro Jahr verfügen. LNG spiele bei der Brennstoff-Diversifizierung für die Energieerzeugung eine zentrale Rolle, hieß es von EnBW.

"Gezielt für Stade entschieden"

"Wir haben uns deshalb ganz gezielt für Stade als Importterminal entschieden. Das Projekt verfügt technisch, genehmigungsseitig und kommerziell über einen hohen Reifegrad", sagte Georg Stamatelopoulos, EnBW-Vorstand für Nachhaltige Erzeugungs-Infrastruktur. Als Pluspunkte nannte er die kurze Anschlussdistanz an das deutsche Gastransportnetz sowie das "Null-Emissions-Konzept".

LNG wird mit minus 162 Grad tiefgekühlt, flüssig per Schiff transportiert, angelandet, erwärmt, "regasifiziert" und dann in die Netze eingegeben. Da in Stade für die Erwärmung des LNG die Prozessabwärme des nahegelegenen Industrie- und Chemieparks genutzt werden soll, setze das Terminal während des Betriebs kein CO2 frei.

Der Energieversorger ist der erste Großkunde für Stade. HEH sprach von einem "starken Ankerkunden". Neben der beabsichtigten Gasbezugsmenge würden auch Gespräche über eine "darüberhinausgehende Zusammenarbeit" geführt. Details dazu nannte eine Unternehmenssprecherin aber nicht.

Zwei weitere Standorte für LNG-Terminals

Neben Stade sind auch in Wilhelmshaven und Brunsbüttel Terminals für LNG aus anderen Lieferländern geplant. Beide Standorte wurden von der Bundesregierung explizit bestätigt. Der Bau dieser Import-Terminals dürfe nicht verzögert werden, sagte etwa der niedersächsische Energieminister Olaf Lies (SPD) gestern zu den Plänen. Bei Bedarf müssten die Arbeiten schon während laufender Genehmigungsverfahren starten können. "Hier müssen wir als Staat, wenn nötig, ins Risiko gehen."

Gesellschafter des Stader Hanseatic Energy Hub sind der Gasinfrastrukturbetreiber Fluxys (Belgien), die Partners Group (Schweiz) und die Buss-Gruppe aus Hamburg. HEH plant, die Genehmigungsunterlagen für das LNG-Terminal und den Hafen vor Ostern 2022 einzureichen. Bei Maximalauslastung könnten laut HEH rund zehn Prozent des deutschen Gasbedarfs über Stade abdeckt werden.

Für das Projekt unmittelbar an der Elbe auf dem Gelände des Chemiekonzerns Dow Chemical sind 800 Millionen Euro an Investitionen geplant. Hinzu kommen etwa 150 bis 200 Millionen Euro für öffentliche Hafenanlagen. Derzeit bezieht Deutschland Flüssigerdgas ausschließlich über Terminals in anderen europäischen Ländern.

Über dieses Thema berichtete SWR Aktuell am 31. März 2022 um 12:30 Uhr.