Hinweisschild zur Beschränkung des Zugangs nach der 2G-Regel | AFP

HDE gegen neue Auflagen Einzelhandel warnt vor 2G-Folgen

Stand: 17.11.2021 13:25 Uhr

Der Einzelhandel wehrt sich gegen eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Der Handelsverband warnte vor langen Schlangen vor den Läden und Firmenpleiten, falls für Einkäufe die 2G-Regel eingeführt werden sollte.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat zusätzliche Auflagen für den Einzelhandel zum Schutz vor Corona-Infektionen abgelehnt. Angesichts der Hygienekonzepte im Handel seien weder ein neuer Lockdown für die Geschäfte, noch eine 2G-Regelung beim Zugang zu den Läden nötig oder sinnvoll, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bei einem Kongress in Berlin. Die Maskenpflicht reiche aus, um die Kunden vor einer Ansteckung zu schützen.

Wenn 2G im Einzelhandel angeordnet werde, so Genth, "dann werden wir einen Umsatz und Frequenzrückgang haben, der so massiv ist, dass viele Unternehmen das mit Sicherheit im Winter, im Weihnachtsgeschäft nicht überstehen können". Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" verwies Genth darauf, dass die erforderlichen Kontrollen bei einer 2G- und 3G-Zugangsregel einen hohen Aufwand bedeuteten, insbesondere in Branchen mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmittel- oder Bekleidungsgeschäften. "Da käme es in der Folge auf jeden Fall zu langen Schlangen vor den Türen der Geschäfte", sagte er. "Das sollte auch aus Infektionsschutzgründen dringend vermieden werden."

Kritik an Absage von Weihnachtsmärkten

Kritisch sieht Genth auch die Absage von Großveranstaltungen wie Weihnachtsmärkten, die für die Innenstädte von großer Bedeutung seien. "Je mehr dieser Veranstaltungen nun nicht stattfinden können, desto schwieriger wird es auch für die Händler rundherum."

Sachsen hatte bereits angekündigt, die 2G-Regel auch im Einzelhandel einzuführen. Dann dürften dort nur noch Genesene oder Geimpfte einkaufen. Die Regel tritt in Kraft, sobald die sogenannte Überlastungsstufe erreicht wird. Morgen beraten Bund und Länder bei einem Treffen über verschiedene Maßnahmen, um die zuletzt stark gestiegenen Corona-Neuinfektionszahlen wieder zu senken.

Verband fordert mehr Einsatz für höhere Impfquote

Der HDE-Geschäftsführer drängte Bund und Länder, mehr für die Steigerung der Impfquote zu tun, anstatt weitere Einschränkungen zu beschließen. Frankreich habe hier mit härterem Vorgehen deutlich höhere Impfquoten erreicht.

Mit dem bisherigen Krisenmanagement der Politik zeigte sich Genth nicht zufrieden. "Da würde ich mir manchmal schon wesentlich stringentere Managementqualitäten wünschen. Dass wir keinen festen Krisenstab im Kanzleramt haben mit Ländern und Bund, kann keiner verstehen", sagte er. Hier sei die neue Bundesregierung gefordert. Zuletzt hatte der HDE bereits gefordert, dass die staatlichen Coronahilfen über das Jahresende hinaus verlängert werden müssten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. November 2021 um 11:40 Uhr und 14:40 Uhr in der Wirtschaft.