Mitarbeiter von Mercedes-Benz überwachen im Werk in Bremen, wie ein Roboter in das C-Klasse Hybrid Modell eine Batterie einsetzt. | dpa

Bitkom stellt Studie vor Digitalisierung hilft dem Klima

Stand: 24.05.2022 14:51 Uhr

Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung zulegen. Die schnellere Umstellung von Produktion und Verfahren verspricht aber auch wichtige Klima-Effekte - so das Ergebnis einer Studie.

Das Erreichen der Klimaziele Deutschlands und der digitale Wandel müssen Hand in Hand gehen. Diese Einschätzung ist einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft Accenture zu entnehmen, die der Digitalverband Bitkom heute vorstellte.

Klimabeitrag von der Industrie 4.0

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hatte sich Deutschland 2015 verpflichtet, bestimmte Klimaziele zu erreichen und Maßnahmen einzuleiten, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Im Jahr 2019 lag der CO2-Ausstoß noch bei 805 Megatonnen. 2030 darf er nur noch 543 Megatonnen betragen.

Um die Klimaziele der deutschen Industrie bis zum Jahr 2030 zu erreichen, scheint die möglichst schnelle Digitalisierung in deutschen Firmen der sinnvollste Weg. Experten sprechen dabei auch von der "Industrie 4.0". Denn bei einem beschleunigten Einsatz digitaler Technologien in der Industrie könnten bis zu 64 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, so der Digitalverband Bitkom. Bei einer langsameren Digitalisierung liegte das Einsparpotenzial an Kohlendioxid nur noch bei 37 Millionen Tonnen.

Automatisierung und "digitale Zwillinge"

In zwei Bereichen sehen die Studienautoren etwa jeweils die Hälfte der Einsparmöglichkeiten an CO2 bei der Digitalisierung. Eine konsequente Automatisierung der Produktion würde den CO2-Ausstoß um 31 Millionen Tonnen verringern. Noch etwas größer sei das Einsparpotenzial beim gezielten Einsatz von "Digitalen Zwillingen". Dabei werden Produkte bereits in der Fertigung auf einen möglichst geringen CO2-Ausstoß hin optimiert. Digitale Zwillinge werden laut Bitkom bereits in 33 Prozent der Unternehmen eingesetzt, 19 Prozent planen dies, 16 Prozent diskutieren es.

Dass mehr und schnellere Digitalisierung für die deutschen Industrieunternehmen aber auch unverzichtbar ist, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, ist auch unter den Unternehmen selbst unstrittig. 81 Prozent der Firmen gaben in einer aktuellen Befragung des Bitkom an, die Digitalisierung trage zu mehr Nachhaltigkeit bei, 61 Prozent zufolge wird die Qualität der Produkte über eine geringere Fehleranfälligkeit erhöht. Der Verband hat 553 Industriebetriebe mit mindestens 100 Beschäftigten befragt.

Zwei Drittel der Firmen in der Transformation

65 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Anwendungen zur Digitalisierung schon zu nutzen, 25 Prozent planen dies. Dafür würden rund sechs Prozent des Jahresumsatzes investiert, so Bitkom-Expertin Christina Raab. Sie sieht in der aktuellen Entwicklung auch eine Reaktion auf die Pandemie-Krise der vergangenen Jahre: "Die Corona-Pandemie hat der deutschen Industrie einen dauerhaften Digitalisierungsschub gegeben."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in der Sendung "Computer & Kommunikation" am 04. Januar 2020 um 16:31 Uhr.