Logo des chinesischen Fahrdienstleisters Didi | REUTERS

"Chinesisches Uber" Didi verlässt die New Yorker Börse

Stand: 03.12.2021 17:33 Uhr

Der chinesische Fahrdienstleister Didi zieht sich von der New Yorker Börse zurück. Der Grund ist offenbar, dass Peking einmal mehr die Muskeln hat spielen lassen. Der Kurs stürzte ab.

Von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Erst vor einem halben Jahr war Didi Chuxing fulminant an der New Yorker Börse gestartet. Der Fahrdienstvermittler hatte an der Nasdaq 4,4 Milliarden Dollar eingesammelt. Es war der zweitgrößte Börsengang eine chinesischen Unternehmens in den USA nach dem Online-Riesen Alibaba 2014. Zwischenzeitlich erreichte Didi einen Börsenwert von 80 Milliarden Dollar.

Peter Mücke ARD-Studio New York

Peking erhöht den Druck

Doch schon wenige Tage nach dem Börsengang in New York war das Unternehmen in Peking ins Visier der Behörden geraten. Die Didi-App wurde auf Anordnung der Regulatoren aus den App-Stores in China verbannt. Offizielle Begründung: Es seinen schwerwiegende Verstöße bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten festgestellt worden. Wahrscheinlicher dürfte dahinter stecken, dass die chinesischen Behörden einen Börsengang in den USA verhindern wollten.

Didi bietet Fahrdienste in China und 16 anderen Ländern an, darunter Australien, Brasilen, Mexiko und Russland. Jetzt  hat das Unternehmen erste Schritte für einen Rückzug von der New Yorker Börse angekündigt. Der Vorstand habe das Unternehmen autorisiert, ein entsprechendes Verfahren einzuleiten, teilte das Unternehmen mit. Später solle auf einer Aktionärsversammlung abgestimmt werden. Gleichzeitig werde eine Notierung an der Hongkonger Börse angestrebt. Der Kurs der Didi-Aktie brach nach der Ankündigung des Rückzugs kräftig ein und verlor zu Handelsbeginn mehr als 15 Prozent.

Skepsis auf beiden Seiten

Seit vielen Jahren sammeln chinesische Firmen bereits Kapital an der New Yorker Börse ein. Allerdings gibt es vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen der beiden Supermächte nicht nur in Peking, sondern auch in den USA immer mehr Vorbehalte.

Während Peking Sicherheitsbedenken äußert, warnen US-Kritiker vor einer mangelnden Transparenz der chinesischen Unternehmen. Auch wurden Sorgen über unklare Verbindungen zur Kommunistischen Partei laut.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2021 um 07:35 Uhr.