Logo der Deutsche Wohnen in Berlin | FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

Konzernbilanz von Deutsche Wohnen Mietendeckel zeigt Wirkung

Stand: 25.03.2021 13:35 Uhr

Der Berliner Mietendeckel macht sich in der Bilanz des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen deutlich bemerkbar. Die Mieteinnahmen stagnieren. Einen Milliardengewinn macht das Unternehmen trotzdem.

In der Jahresbilanz 2020 des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen hinterlässt der Berliner Mietendeckel unübersehbare Spuren. Die durchschnittlichen Mieten im Bestand des Unternehmens gingen aufgrund des Mietendeckels um 4,1 Prozent auf 6,70 Euro pro Quadratmeter zurück. In Berlin selbst betrug das Minus rund sechs Prozent, wie Konzernchef Michael Zahn mitteilte. Die gesamten Mieteinnahmen lagen bei 837,6 Millionen Euro. Das ist etwas mehr als im Vorjahr.

Mit dem Mietendeckel-Gesetz hat der Berliner Senat seit dem 23. Februar 2020 die Mieten für rund 1,5 Millionen Wohnungen in Berlin auf dem Stand von Juni 2019 eingefroren. Von 2022 bis 2025 dürfen sie höchstens um 1,3 Prozent jährlich steigen. Neubauten, die ab dem 1. Januar 2014 erstmalig bezugsfertig waren, sind von der Regelung ausgenommen.

Unterm Strich erwirtschaftete der DAX-Konzern Deutsche Wohnen im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 1,54 Milliarden Euro. Das waren 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Anstieg der Mieten nur verzögert?

Allgemein profitierten deutsche Wohnimmobilien-Unternehmen von einer hohen Mieternachfrage und einer geringen Zahl an Neubauten, meint der Barclays-Experte Sander Bunck. Diese Faktoren werden nach seiner Einschätzung zu weiter steigenden Mieten führen. Staatliche Eingriffe verzögerten dies nur, könnten es aber nicht verhindern.

Der Analyst Markus Scheufler von der Deutschen Bank erwartet, dass das Berliner Mietpreisbremsen-Gesetz bis Mitte 2021 aufgehoben wird - als Folge des Karlsruher Urteils. Für Deutsche Wohnen rechnet er deshalb mit einem starken Mietwachstum im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres.

Rasante Wertsteigerung

Insgesamt gehört Deutsche Wohnen zu den Profiteuren des boomenden Immobilienmarktes. So verzeichnete das Immobilienportfolio eine Wertsteigerung von rund 1,9 Milliarden Euro. Dieses befindet sich nach Konzernangaben überwiegend in deutschen Metropolregionen. Es umfasse rund 160.000 Wohn­ und Gewerbeeinheiten mit einem Gesamtwert von rund 26,2 Milliarden Euro. Rund drei Viertel der Wohnungen stehen in Berlin. Auch Pflegeimmobilien mit 10.580 Pflegeplätzen und Appartements für Betreutes Wohnen im Wert von 1,2 Milliarden Euro zählten dazu.

Wegen der hohen Preise für Bestandsimmobilien will das Unternehmen künftig vor allem über Neubauten wachsen. "Die Preise machen es uns zunehmend schwieriger ein Preisgefüge zu finden, in dem wir über den Zukauf von Bestandsimmobilien wachsen können", sagte Finanzchef Philip Grosse in einer Telefonkonferenz. Neubauten seien deshalb interessanter.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2021 um 13:35 Uhr in der "Wirtschaft am Mittag.