Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum 75. Geburtstag von David Bowie | dpa

Sondereditionen der Post Wie kommt Bowie auf die Briefmarke?

Stand: 03.01.2022 16:21 Uhr

Mit ihrer neuesten Sonderbriefmarke ehrt die Deutsche Post David Bowie. Der Musiker wäre am 8. Januar 75 geworden. Doch wie weit ist der Weg von der Idee zur Bowie-Marke und anderen Sondereditionen der Post?

Von Steffi Clodius, tagesschau.de

Ein Brief mit Bowie - diesen Wunsch können sich Fans nun erfüllen. Die heute erschienene Sonderbriefmarke der Deutschen Post ziert das Gesicht des 2016 verstorbenen Künstlers. Sie ist die erste von 52 Briefmarken, die das Unternehmen in diesem Jahr herausbringen wird. Sie werden entweder beim Konzern selbst gestaltet, oder aber das Bundesfinanzministerium ist für das Design zuständig.

Steffi Clodius

Bürgerinnen und Bürger entscheiden mit

Auch die Bürgerinnen und Bürger spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind es, die ihre Ideen für das Design von Sonderbriefmarken beim Ministerium einreichen. "Unser Ziel ist es, möglichst attraktive Briefmarkenthemen umzusetzen, damit die Briefmarke im Idealfall mehr ist als 'nur' eine Frankatur", erklärt Sarah Preuss, Pressesprecherin der Deutsche Post DHL Group. "Daher sind für uns insbesondere Themen interessant, die eine hohe gesellschaftliche Relevanz haben - sei es die Würdigung eines historischen Ereignisses, die Abbildung eines Kindheitshelden, die Umweltzeichnung eines Kindes oder eben die Ehrung eines verstorbenen Künstlers."

Von der Idee bis zur Briefmarke dauert es dann im Schnitt zwei Jahre. Der Programmbeirat, der sich mit den eingesandten Motivvorschlägen befasst und sie auswählt, tagt nur einmal jährlich und entscheidet dabei über die Briefmarkendesigns für das übernächste Jahr. So fiel die Entscheidung für die Bowie-Marke bereits vor geraumer Zeit, und es war noch der jetzige Bundeskanzler Olaf Scholz, der die Entscheidung in seiner damaligen Funktion als Bundesfinanzminister mitgetragen hat.

Grafik: Die Entstehung von Sonderbriefmarken

Grafik: Die Entstehung von Sonderbriefmarken

Auch Bowies Erben hatten Mitspracherecht

Den Wunsch, den 2016 verstorbenen Künstler mit einem Postwertzeichen zu ehren, dürfte nicht nur der damalige Minister gehegt haben - gilt David Bowie auch sechs Jahre nach seinem Tod als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Und so fiel dem Programmbeirat die Entscheidung vermutlich nicht schwer, dass Bowies Konferfei eine der Sonderbriefmarken des Jahres 2022 zieren solle.

Nun waren als nächstes die Grafiker und Grafikerinnen am Zug, die ihre Entwürfe in einem Wettbewerb zur Auswahl stellten. Gleich mehrere Vorschläge bekam der Kunstbeirat - das ist das Gremium, das die Vorschläge bewertet und am Ende auswählt, welcher Entwurf das Rennen macht.

"Für die David-Bowie-Marke gab es circa 50 Vorschläge und Iterationen, die zunächst in internen Gremien abgestimmt wurden", erläutert Preuss das Verfahren. "Das finale Design musste anschließend mit den Rechteverwaltern und Erben von David Bowie abgestimmt werden, was ebenfalls Auswirkungen auf die Gestaltung hatte."

Eine schillernde Figur mit vielen Gesichtern

Am Ende fiel die Wahl auf den Entwurf von Diplomgrafiker Thomas Steinacker. Er ist erfahren im Briefmarkendesign-Geschäft: Steinacker arbeitet seit 2014 bei der Deutschen Post und hat schon zahlreiche Briefmarken, Stempel und andere philatelistische Produkte gestaltet; unter anderem 2020 die Sonderbriefmarke zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens, 2019 das Thema "50 Jahre Mondlandung" und 2015 ein Sondermarken-Set mit Asterix und Obelix.

Nun also David Bowie. Wenige Künstler gaben sich so wandelbar wie der Brite, der sein Alter Ego über die Jahrzehnte mehrfach änderte - von Major Tom über Ziggy Stardust, Aladdin Sane und den "Thin White Duke" bis zu Nathan Adler. Der Phantasie, welches der vielen Gesichter Bowies am Ende die Marke ziert, waren dennoch gewisse Grenzen gesetzt.

"Aufgrund der geringen Größe einer Briefmarke hat vor allem die gute Erkennbarkeit des Künstlers sowie eine farbenfrohe Gestaltung und damit die Betonung der Kreativität Bowies den Ausschlag für dieses Design gegeben", erklärt Preuss die Entscheidung. Steinackers Bowie ist der aus den 1980er-Jahren, mit schmaler Krawatte, kurzem Haar und Gitarre - Fans haben sofort "Let's Dance" im Ohr.

Bowies Lebensthemen auf Packsets

Die Briefmarke ist übrigens nicht die einzige Sonderedition zu Ehren Bowies. In den kommenden Tagen gibt die Deutsche Post auch noch zwei Packsets heraus. Der Entstehungsprozess war hier allerdings nicht ganz so langwierig wie bei der Sondermarke. "Bereits mehrere Monate vor dem geplanten Verkaufsstart wird mit der Ideenfindung gestartet. Danach folgen erste Designentwürfe, und das Layout nimmt immer konkretere Formen an", erklärt Postsprecherin Preuss. Dieser Prozess könne bis zu einem halben Jahr dauern.

"Die Anforderungen sind hoch: Neben oftmals sehr umfangreichen rechtlichen Abstimmungen - Lizenzvereinbarungen, Bild- und Nutzungsrechte - muss das finale Layout für eine breite Kundschaft ansprechend sein." Hier zähle oft der erste Eindruck, aber beim genaueren Hinsehen sollten auch immer neue Aspekte ins Auge fallen, so Preuss. "Ist das Layout finalisiert, geht es an die Erstellung von farbechten Ausdrucken in Originalgröße. Auch hier kann es vorkommen, dass noch einmal Hand ans Layout angelegt werden muss."

Die Bowie-Packsets sind jeweils auf 5000 Stück limitiert und ab dem 7. Januar ausschließlich im Shop der Deutschen Post erhältlich. Gestaltet wurden sie vom Hamburger Designer Rainer Kollender. Das kleine Paket der Größe S zeigt den Künstler im Kontext seiner "Berliner Phase" - Bowie lebte in den 1970er Jahren in der geteilten Stadt und schrieb dort seine drei Alben "Low", "Heroes" und "Lodger". Das Paket der Größe M stellt das Thema "Weltraum" dar, das Bowie Zeit seines Lebens faszinierte und auch bis kurz vor seinem Tod nicht losließ.

Über dieses Thema berichtete RBB am 30. Dezember 2021 um 13:37 Uhr.