Das Logo der Deutschen Bank leuchtet an der Fassade der Konzernzentrale in Frankfurt. | dpa

"Unterstützen Kunden" Deutsche Bank rechtfertigt Russland-Präsenz

Stand: 14.03.2022 11:27 Uhr

Nach Kritik an ihrer Absicht, in Russland zu bleiben, hat die Deutsche Bank ihre Pläne konkretisiert. Das Geschäft werde weiter heruntergefahren.

Auch die Deutsche Bank schränkt nach der russischen Invasion in die Ukraine ihr Geschäft in Russland weiter ein. "Wie einige unserer internationalen Wettbewerber sind wir dabei, unser verbleibendes Geschäft in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben herunterzufahren", teilte das Kreditinstitut mit. Auch werde dort kein Neugeschäft mehr gemacht.

In den vergangenen Tagen hatten die US-Großbanken Goldman Sachs und JPMorgan ihren Rückzug vom russischen Markt angekündigt. Dass die Deutsche Bank ihrerseits keinen Komplettrückzug plant, war auf Kritik gestoßen.

"Helfen bei Verringerung des Geschäftsbetriebs"

Das Institut begründete seine Pläne nun auch mit der Unterstützung seiner Kunden in dem schwierigen neuen Umfeld: "Gleichzeitig helfen wir unseren bestehenden nichtrussischen, internationalen Kunden dabei, ihren Geschäftsbetrieb im Land zu verringern."

In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem TV-Sender CNBC hatte Finanzchef James von Moltke zuvor noch auf die Interessen der Kunden im Russland-Geschäft verwiesen. Auf die Frage, ob die Deutsche Bank erwäge, den russischen Markt zu verlassen, sagte er: "Wir sind dort, um unsere Kunden zu unterstützen." Deshalb sei dies aus praktischen Gründen keine Option.

Das Festhalten an der Präsenz könnte auch mit den Drohungen aus Russland zu tun haben, Vermögenswerte ausländischer Firmen wegen deren Rückzug möglicherweise zu verstaatlichen.

Geschäft seit 2014 zurückgefahren

Die Deutsche Bank betonte jetzt, sie habe Engagement und Präsenz in Russland seit 2014 erheblich verkleinert. "Wir verurteilen die russische Invasion in der Ukraine aufs Schärfste und unterstützen die Bundesregierung und ihre Partner darin, unsere Demokratie und unsere Freiheit zu verteidigen", schrieb die Großbank.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2022 um 23:59 Uhr.