Fahnen mit dem Logo der Deutschen Bank wehen | picture alliance / dpa

Quartalszahlen vorgelegt Deutsche Bank schafft erneut Gewinn

Stand: 27.10.2021 10:02 Uhr

Von den Milliardengewinnen der ausländischen Konkurrenten ist Deutschlands größtes Geldhaus, die Deutsche Bank, noch immer weit entfernt. Dennoch hat sie auch im dritten Quartal einen Gewinn gemacht.

Die Deutschen Bank hat das dritte Quartal des laufenden Jahres mit einem Gewinn abgeschlossen - trotz rückläufiger Erträge aus dem Investmentbanking, der wichtigsten Einnahmequelle des Geldhauses. Danach stieg der Gewinn nach Steuern im Zeitraum Juli bis September auf 329 Millionen Euro, nach 309 Millionen im Vorjahr. Davon müssen noch Minderheitsanteile sowie Zinszahlungen für bestimmte Anleihen abgezogen werden, so dass auf die Aktionäre unter dem Strich ein Gewinn von 194 Millionen Euro entfällt, etwas mehr als im Vorjahr und deutlich mehr als erwartet.

Im internationalen Vergleich bleibt die Deutsche Bank damit aber weit abgeschlagen auf den hintersten Rängen. So hat die Schweizer UBS mit der sich das Frankfurter Geldhaus einst gern gemessen hat, im dritten Quartal einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar erzielt. Die spanische Santander Bank, die auch in Deutschland präsent ist, weist für diesen Zeitraum einen Überschuss von 2,2 Milliarden Euro aus - mehr als die Deutsche Bank im gesamten Jahr erwartet.

Gesunkene Risikovorsorge

Dass es der Deutschen Bank dennoch gelungen ist, das fünfte Quartal in Folge schwarze Zahlen zu schreiben, obwohl die Kosten für den laufenden Umbau um gut eine halbe Milliarde Euro gestiegen sind, liegt auch an der kräftigen Erholung der Wirtschaft. So konnte die Vorsorge für faule Kredite um 156 Millionen Euro auf 117 Millionen heruntergefahren werden. Gleichzeitig sank der Personalaufwand um 142 Millionen Euro. So ist die Zahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich um 2500 auf zuletzt 84.500 gesunken.

Die Deutsche Bank steckt mitten in einem umfassenden Umbau. Ganze Abteilungen wurden geschlossen, riskante Teile des Investmentbankings abgestoßen und umfassende Sparmaßnahmen angeschoben. Weltweit sollen bis 2022 rund 18.000 Arbeitsplätze wegfallen. Gestern wurde bekannt, dass die zur Deutschen Bank gehörende Postbank die Zahl ihrer Filialen bis Ende 2023 von derzeit 750 auf 550 reduzieren will. Das ist mehr als zuletzt geplant.

"Wir haben bei unserem Umbau jetzt zwei Drittel des Weges hinter uns und wir haben unsere Meilensteine stets erreicht", erklärte Konzernchef Christian Sewing. Insgesamt habe das Geldhaus bereits 90 Prozent der erwarteten Belastungen durch die Transformation geschultert und sei auf bestem Weg, die Umbaukosten bis Ende des Jahres fast vollständig verdaut zu haben. "Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für 2022 zu erreichen", betonte Sewing. Der Konzernchef strebt für 2022 eine Nachsteuerrendite von acht Prozent an. Die Aufwand-Ertragsrelation soll dann bei 70 Prozent liegen. Das bedeutet, dass für jeden Euro Ertrag 70 Cent aufgewendet werden müssen. Diese Messgröße lag Ende September noch bei 82 Prozent.

Einnahmen stagnieren

Ungeachtet dieser Erfolge gelingt es der Bank nicht, ihre Einnahmen zu steigern. Sie stagnierten im dritten Quartal bei rund sechs Milliarden Euro. Im Investmentbanking sind sie sogar auf 2,2 Milliarden Euro gesunken. Im für die Bank wichtigen Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Damit schneidet die Bank auch in diesem Geschäftszweig schlechter ab als die Konkurrenz. So schaffte Amerikas führende Investmentbank Goldman Sachs im dritten Quartal einen Gewinnschub von 63 Prozent.

Zudem kommt die Deutsche Bank auch im Privatkundengeschäft nicht voran. Hier gingen die Einnahmen sogar auf zwei Milliarden Euro zurück, in der Unternehmensbank stagnierten sie. Lediglich in der Vermögensverwaltung gab es es ein Plus.

An der Börse sorgten die Zahlen deshalb für Enttäuschung. Die Aktien der Deutschen Bank fielen hingegen am Vormittag um rund fünf Prozent ans DAX-Ende. Zwar verdiente das Geldhaus mehr als von Analysten erwartet, allerdings machten Investoren dennoch lieber Kasse. Die Zahlen der Wettbewerber seien im Vergleich durch die Bank besser ausgefallen, sagte ein Händler.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Oktober 2021 um 09:38 Uhr.