Ein Zugreisender geht vor einem ICE im Berliner Hauptbahnhof entlang. | dpa

Milliardendeal 43 neue ICE für die Deutsche Bahn

Stand: 01.02.2022 15:06 Uhr

Die Deutsche Bahn will ihre ICE-Flotte erweitern und hat dafür 43 ICE 3neo bei Siemens bestellt. Die ersten Züge sollen bereits Ende dieses Jahres fahren.

Die Deutsche Bahn hat einen Milliardendeal mit Siemens geschlossen: Für 1,5 Milliarden Euro kauft der Konzern weitere 43 weitere ICE 3neo. Das gaben die Deutsche Bahn (DB) und Siemens heute bekannt. Damit wächst die neue ICE-Flotte der DB um 73 Stück an. Denn bereits im Juni 2020 hatte der Konzern 30 Züge vom Typ 3neo bei Siemens in Auftrag gegeben.

Schon Ende diesen Jahres sollen die ersten ICE 3neo zwischen Nordrhein-Westfalen und München unterwegs sein, bis 2026 sollen laut DB alle Züge ausgeliefert sein. "In den nächsten Jahren wächst die gesamte DB-Flotte im Fernverkehr um 20 Prozent", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz. So will die Bahn den für den Deutschlandtakt geplanten Fahrplan bis 2030 erfüllen und bis 2026 insgesamt 220.000 Sitzplätze zur Verfügung stellen.

Fahrplan Deutsche Bahn | picture alliance / ZB
Was ist der Deutschlandtakt?

Der Deutschlandtakt ist ein Konzept für einen abgestimmten Taktfahrplan für den Nah- und Fernverkehr. Durch diesen abgestimmten Fahrplan, der in ganz Deutschland gelten soll, soll die Bahn als "Verkehrsmittel der Zukunft" etabliert werden. So ist beispielsweise geplant, die wichtigsten deutschen Großstädte im Halbstundentakt anzufahren.

Der ehemalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte deshalb das "Zukunftsbündnis Schiene" ins Leben gerufen, in dem sich europaweit Politik, Wirtschaft und Verbänden zusammenschlossen. Sie wollen bis 2030 doppelt so viele Fahrgäste auf die Schienen bringen und den Marktanteil des Schienengüterverkehrs auf mindestens 25 Prozent steigern.

Besserer Mobilfunkempfang

"Mit dem neuen ICE schaffen wir nicht nur mehr Kapazität in unseren Zügen, sondern erhöhen auch Qualität und Komfort für unsere Fahrgäste", sagte Richard Lutz. Vorteile des ICE 3neo sind etwa Fahrradplätze, Halter für Tablets an den Vordersitzen sowie mehr Türen für den schnelleren Ein- und Ausstieg. Außerdem soll auch Rollstuhlfahrern mit einer eigenen Tür und eigenen Sitzplätzen die Fahrt im ICE erleichtert werden.

Eine Besonderheit sind die Fenster: Sie sollen einen deutlich besseren Mobilfunkempfang garantieren. Die Fensterscheiben des ICE sind normalerweise mit einer dünnen Metallschicht überzogen, die wärmeisolierend wirkt und dabei auch Mobilfunkwellen blockiert. Bei den Fenstern des ICE 3neo wird in diese Metallschicht ein Raster gelasert, damit die Mobilfunkwellen ins Wageninnere gelangen.

Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometer pro Stunde

Der ICE 3neo soll eine Höchstgeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde erreichen können. Damit knüpft er nicht an die vierte Generation der ICE an, die nur eine Maximalgeschwindigkeit von 250 Kilometer pro Stunde erreichen konnte, sondern an deren Vorgänger, den Typ 3. Allerdings braucht der ICE 3neo dafür geeignete Trassen, wie etwa die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt. Geplant ist, auch die Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen so auszubauen, dass Züge mit 300 Stundenkilometern dort unterwegs sein können und die Fahrzeit verkürzen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing zeigt sich erfreut über den Auftrag: "Der neue ICE steht für den Fortschritt auf der Schiene - schnell, digital, barrierefrei." Er betonte, die ICE 3neo seien auch über Grenzen hinweg etwa in die Niederlande einsetzbar und damit ein europäisches Vorhaben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Februar 2022 um 15:12 Uhr.