Unmontierte Mercedes-Sterne im Daimler-Werk in Rastatt | REUTERS

Quartalszahlen Starke Daimler-Bilanz trotz Chipmangels

Stand: 15.07.2021 09:40 Uhr

Daimler überrascht im zweiten Quartal mit starken Zahlen: Der Trend zu großen Autos zahlt sich aus, der für die gesamte Branche so belastende Chipmangel kann den Autobauer bislang kaum stoppen.

Der Auto- und Lastwagenbauer Daimler hat trotz des Mangels an wichtigen Teilen und Halbleitern im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Dank steigender Verkäufe und höherer Preise erwirtschaftete der Konzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fast 5,2 Milliarden Euro, teilte der Autokonzern mit.

Das war deutlich mehr als Branchenexperten erwartet hatten, die im Schnitt von 4,3 Milliarden Euro ausgegangen waren. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte Daimler einen bereinigten operativen Verlust von gut 700 Millionen Euro ausgewiesen und unter dem Strich einen Milliardenverlust eingefahren.

Chipmangel setzt Grenzen

"Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat", bilanzierte Vorstandschef Ola Källenius.

Daimler musste wie zahlreiche Autobauer weltweit wegen des Mangels an Chips wiederholt die Produktion in mehreren seiner Werke anhalten und Beschäftigte vorübergehend in Kurzarbeit schicken. Von April bis Juni lieferte die Pkw-Tochter Mercedes-Benz weltweit zwar mit 581.201 Fahrzeugen 27 Prozent mehr aus als im Vorjahresquartal, doch die Lieferengpässe bei Halbleitern begrenzten die Zuwächse.

Daimler behilft sich wie die Konkurrenz, indem die knappen Chips vorrangig in den margenstarken Modellen wie der S-Klasse verbaut werden. Die Stuttgarter machten daher auch einen "günstigen Produktmix" und eine "gute Preisdurchsetzung" als Ursachen für den Gewinnanstieg aus.

Kunden kaufen große Autos

Daimler profitiert also davon, dass Kunden mehr und mehr zu größeren Autos greifen und der Konzern hohe Preise durchsetzen kann. Außerdem trat Daimler in der Pandemie noch stärker auf die Kostenbremse, was sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat. Källenius hatte bereits vor der Corona-Krise ein Sparprogramm mit dem Wegfall Zehntausender Jobs auf den Weg gebracht.

Zum Umsatz und zum Nettogewinn machte Daimler keine Angaben. Das Unternehmen will die endgültigen Zahlen am 21. Juli veröffentlichen. Am Tag darauf will Källenius über seine Pläne für Elektroautos sprechen, die auch für den Stuttgarter Konzern immer wichtiger werden.