Zwei Hände liegen auf einer Computer-Tastatur. | AFP

Ermittlungen nach Hackerangriff Erpressungssoftware in 17 Ländern aufgetaucht

Stand: 04.07.2021 14:27 Uhr

Die Ermittlungen zum jüngsten Cyberangriff in den USA laufen: Die Erpressungssoftware ist bei Kunden des US-IT-Dienstleisters Kaseya in mindestens 17 Ländern aufgetaucht. US-Präsident Biden warnte Russland.

Nach einem massiven Hackerangriff auf Unternehmen weltweit ist das genaue Ausmaß nach wie vor nicht abzuschätzen. Experten gehen davon aus, dass es eine der umfangreichsten sogenannten Ransomware-Attacken überhaupt gewesen sein könnte.

Kunden in mindestens 17 Ländern betroffen

Erpressungssoftware tauchte dabei bei Kunden des Software-Dienstleisters Kaseya in mindestens 17 Ländern auf, wie die Cybersicherheitsfirma ESET mitteilte. Die Opfer wurden aufgefordert, Lösegeld zu zahlen, damit ihre gesperrten Computer wieder freigegeben werden.

Die Hacker nutzten die Dienste von Kaseya, um die Ransomware zu verbreiten. Kunden des Unternehmens, die wiederum selbst IT-Dienstleistungen anbieten, könnten die Erpressersoftware weitergetragen haben. "Es ist realistisch, dass dies möglicherweise Auswirkungen auf Tausende kleine Unternehmen haben könnte", sagte John Hammond von der Cybersicherheits-Firma Huntress Labs.

Noch höher schätzte Experte Dmitri Alperovitch vom Think Tank Silverado Policy Accelerator die Zahl der betroffenen Unternehmen ein. Vermutlich würden es letztlich Zehntausende sein, sagte er.

800 Supermärkte in Schweden geschlossen

In Schweden konnten am Samstag die meisten der etwa 800 Supermärkte der Kette Coop nicht öffnen, weil die Kassen nicht funktionierten, wie der Sender SVT berichtete. Die staatliche schwedische Eisenbahn und eine große Apothekenkette waren ebenfalls betroffen.

Biden warnt Russland

US-Präsident Joe Biden will eine russische Beteiligung nicht ausschließen. Er erklärte, sollte der russische Staat etwas damit zu tun haben, würden die USA entsprechend reagieren. "Wir sind nicht sicher", so Biden. "Die vorläufige Einschätzung ist, dass es nicht die russische Regierung war."

Die USA waren in diesem Jahr schon mehrfach Ziel von Cyberattacken, zum Beispiel auf eine wichtige Pipeline und einen Fleischkonzern.

Zusammenarbeit vereinbart

Die Hackerangriffe waren zuletzt Thema beim Treffen von Präsident Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin in Genf. Putin bestritt, dass die russische Regierung etwas mit den Attacken zu tun haben könnte und behauptete, die meisten gingen von den USA aus. Die beiden Präsidenten vereinbarten, gemeinsam an der Verbesserung der Cybersicherheit zu arbeiten.

Mit Informationen von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Juli 2021 um 13:04 Uhr.

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KOMMENTARE

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schabernack 04.07.2021 • 22:45 Uhr

21:24 von Leipzigerin59

«Eine Quacksalber-Firma war bzw. ist das nicht.» Ich weiß … es ist die mit "K …" als Anfangsbuchstabe. Und dem osteuropäisch klingenden Namen mit "… y" am Ende. Das hätte bei jedem anderen genau so sein können. Hacker versuchen, Schwachstellen zu finden, oder Werkzeuge zu erfinden, die neu sind. Somit eine Tür zu entdecken, wo alle bisher dachten, dort könne nur Mauer sein. Es ist ähnlich wie mit Alarmanlagen. Sensoren, Lichtschranken, Bewegungsmelder. Hier kommt keiner rein. Bis es dann doch mal wem gelingt, sich was auszudenken, woran bisher noch niemand dachte. Das wird in beiden Bereichen auch so bleiben. The laws of evolution.