Das Logo von "Apetito Catering" vor einem Gebäude des Unternehmens im Gewerbepark Gilching. | picture alliance/dpa

Kein Zugriff auf IT-Systeme Cyberangriff legt Essensdienst Apetito lahm

Stand: 28.06.2022 11:05 Uhr

Die IT-Systeme der Apetito AG, eines großen Essenslieferanten für Seniorenheime, Schulen und Kitas, sind durch einen Cyberangriff lahmgelegt. Noch ist unklar, wie massiv die Folgen für die Versorgung der Einrichtungen sind.

Die Küche in vielen Schulen, Kindergärten, aber auch Seniorenheimen oder Unternehmen in Deutschland könnte heute kalt bleiben. Apetito, ein Lieferant von Fertigmenüs aus Rheine, ist Opfer eines Hackerangriffs geworden.

Ersatz-Menüs für Senioren

Laut einer Mitteilung auf der Homepage des Unternehmens habe man derzeit keinen Zugriff auf die IT-gestützten Systeme, "da unsere Server attackiert wurden". Bestellungen seien daher zurzeit nicht möglich. Laut der Mitteilung will Apetito vor allem die Versorgung von Seniorenheimen, Kliniken und Senioren sicherstellen, die sich Tagesmenüs von dem Unternehmen nach Hause liefern lassen. Hierzu will man Ersatzmenüs bereitstellen.

Apetito machte keine Angaben, wann die Erreichbarkeit des Unternehmens und die Bestellfunktionen wieder gegeben sind. Kunden könnten sich an die zuständigen Außendienstmitarbeiter wenden. In Untersuchung der IT-Probleme sind laut dem Branchenportal "Lebensmittelpraxis" auch polizeiliche Ermittlungsbehörden eingeschaltet.

Florierendes Geschäft macht anfällig

Apetito hat im vergangenen Jahr mit seinen Essenslieferungen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Fast 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen die Menüs her und liefern diese an die Kundschaft aus. Außerdem beliefert das Unternehmen auch den Einzelhandel mit tiefgekühlten Mahlzeiten. Die Apetito AG verfügt über Tochtergesellschaften auch in den Niederlanden, Großbritannien und Kanada.

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren von gleich mehreren Entwicklungen wie der Corona-Krise und der Alterung der Gesellschaft in Deutschland profitiert. Deshalb dürfte das Unternehmen auch zum Ziel von Hackerangriffen geworden sein, bei denen üblicherweise gegen die Zahlung eines "Lösegeldes" die Blockade von IT-Systemen wieder aufgehoben wird. Der Versicherungskonzern Allianz hatte jüngst in einer Studie Cyberangriffe als das größte Risiko für Unternehmen in Deutschland bezeichnet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2021 um 18:40 Uhr.