Eine Hand mit blauem Handschuh hält eine Spritze mit einem Impfstoff | picture alliance / Pressebildage

Finale Analyse des Impfstoffs Wirksamkeit von CureVac bleibt niedrig

Stand: 30.06.2021 23:18 Uhr

Die finale Analyse bestätigt das enttäuschende Zwischenergebnis: Der Impfstoff der Tübinger Firma CureVac hat nur eine geringe Wirksamkeit gegen eine Corona-Infektion. In den Planungen der Regierung für 2022 spielt er keine Rolle.

Die enttäuschenden Studienergebnisse beim Covid-19-Impfstoff von CureVac haben sich auch nach einer abschließenden Analyse bestätigt. Demnach zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-Erkrankung jeglichen Schweregrades und in allen Altersgruppen, wie das Tübinger Biotechunternehmen mitteilte.

Bei einer Zwischenanalyse vor zwei Wochen waren es 47 Prozent gewesen. Damit ist der Impfstoff insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Die Daten der Zwischenanalyse hatten für einen deutlichen Rückgang des Börsenkurses und Enttäuschung bei Politikern gesorgt.

In der finalen Auswertung wurde nach Angaben von CureVac allerdings eine "signifikante Schutzwirkung" des Impfstoffs bei Studienteilnehmern zwischen 18 und 60 Jahren beobacht. Diese sind bei einer Infektion jedoch weniger gefährdet als ältere Menschen. Bei dieser Altersgruppe wurde demnach eine Wirksamkeit von 53 Prozent gegen eine Erkrankung jeglichen Schweregrades und von 77 Prozent gegen moderaten und schweren Krankheitsverlauf beobachtet.

Bei Studienteilnehmern über 60 Jahren, die neun Prozent der untersuchten Fälle dargestellt hätten, sei keine statistisch eindeutige Bestimmung der Wirksamkeit möglich gewesen.

Gesundheitsministerium plant ohne CureVac

CureVac erklärte, mit der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA in laufendem Austausch für die Fortsetzung des Zulassungsverfahrens des Vakzins zu stehen. In den Planungen des Bundesgesundheitsministeriums für 2022 ist der Impfstoff von CureVac nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters und des "Handelsblatts" indes nicht eingeplant - ebenso wenig wie das Vakzin von AstraZeneca.

Der Bund war im vergangenen Jahr über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält laut KfW damit einen Anteil von 16 Prozent. Aus einem Sonderförderprogramm stehen Curevac rund 250 Millionen Euro zur Verfügung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2021 um 22:00 Uhr in den Nachrichten.