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Kampf gegen Corona-Mutationen CureVac und GSK kooperieren bei Impfstoffen

Stand: 03.02.2021 10:54 Uhr

Gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline will das deutsche Unternehmen CureVac Impfstoffe der nächsten Generation entwickeln. Diese sollen vor den ansteckenderen Varianten des Coronavirus schützen.

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac und der britische Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) wollen zusammen mehrere neue Impfstoff-Kandidaten gegen die Mutationen des Coronavirus herstellen. Dazu vereinbarten Curevac und GSK eine Kooperation, teilten die Konzerne am Mittwoch mit. Das Entwicklungsprogramm starte sofort.

Das Vakzin soll den Plänen zufolge bei erfolgreicher Entwicklung und Zulassung durch die Behörden im kommenden Jahr verfügbar sein. Die Zusammenarbeit baut auf dem bestehenden Covid-19-Impfstoff von CureVac auf, der auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA) basiert, allerdings noch nicht zugelassen ist.

Auch bei diesem Vakzin unterstützt GSK gemäß der Vereinbarung die Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen. Der Impfstoffkandidat werde voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 bei den Behörden zur Prüfung eingereicht.

Vorauszahlung von 75 Millionen Euro

"Diese neue Kooperation baut auf unseren bestehenden Verbindungen mit CureVac auf", sagte GlaxoSmithKline (GSK)-Chefin Emma Walmsley. "Sie steht dafür, dass wir unsere wissenschaftliche Expertise in mRNA und der Impfstoffentwicklung vereinen, um die Entwicklung von neuen Covid-19-Impfstoffen zu beschleunigen."

Der britische Pharmakonzern leistete im Rahmen der Kooperation eine Vorauszahlung von 75 Millionen Euro - und weitere 75 Millionen Euro, die von bestimmten Meilensteinen abhängen.

Auch CureVac-Chef Franz-Werner Haas zeigte sich optimistisch: "Mit der Unterstützung der ausgesprochenen Impfstoffexpertise von GSK werden wir in der Lage sein, auch zukünftige Gesundheitsherausforderungen mit neuartigen Impfstoffen zu bekämpfen."

Das Ziel der Zusammenarbeit sei ein "breiterer Schutz gegen mehrere Varianten von Sars-CoV2 sowie die Möglichkeit einer schnelleren Reaktion auf weitere eventuell auftretende Varianten in der Zukunft", hieß es in der gemeinsamen Mitteilung.

Die neuen Impfstoffe könnten genutzt werden, "um noch nicht geimpfte Menschen zu schützen, oder als Auffrischimpfung, falls die Immunantwort auf eine erste Impfung über die Zeit nachlassen sollte".

Bayer steigt in die Produktion ein

Zuvor hatte CureVac bereits eine Allianz mit Bayer geschmiedet: Der deutsche Pharmagigant steigt in die Produktion des Impfstoffs ein, der sich aktuell noch in der klinischen Studie befindet. Eingehende Prüfungen hätten ergeben, "dass wir über die erforderlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten verfügen, den mRNA-basierten Impfstoff von CureVac herstellen zu können", sagte Bayer-Vorstand Stefan Oelrich.

Bislang arbeiteten die Tübinger mit Wacker Chemie und der französischen Fareva zusammen. Wacker wird den Impfstoff in Amsterdam produzieren, sobald er zugelassen ist. Insgesamt will CureVac in diesem Jahr 300 Millionen Dosen herstellen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Februar 2021 um 09:55 Uhr.