Eine Frau geht an zusammengestellten Tischen und Stühlen eines Cafés in der Innenstadt von München vorbei.  | dpa

Staatliche Corona-Hilfen Anträge vor allem aus dem Gastgewerbe

Stand: 08.01.2022 13:00 Uhr

Die ersten Anträge für neue staatliche Corona-Hilfen sind bereits im Wirtschaftsministerium eingetroffen. Es sind vor allem Betreiber von Restaurants, Cafés und Bars, die die Förderung beantragen.

Die neuen Wirtschaftshilfen zum Ausgleich von Belastungen durch die Corona-Krise stößt vor allem im Gastgewerbe auf Nachfrage. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurde unmittelbar mit dem Start der weiteren Hilfen am Freitag ein Fördervolumen von fast 200.000 Euro beantragt.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, wurden die ersten Anträge unter anderem von Firmen aus Bremen und Nordrhein-Westfalen eingereicht. Die Anträge für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 können seit Freitag gestellt werden. Antragsfrist ist Ende April.

Auch Personalkosten können geltend gemacht werden

Die Förderbedingungen für Unternehmen seien nochmals verbessert worden, "um die Sorgen der betroffenen Branchen aufzunehmen", heißt es aus dem Ministerium. So könnten jetzt nicht nur Sach-, sondern auch Personalkosten geltend gemacht werden, die Unternehmen durch 2G- und 2G-Plus-Zutrittskontrollen entstehen.

Je nach Pandemieverlauf rechnet das Wirtschaftsministerium mit bis zu 100.000 Unternehmen, die Anträge stellen werden. Minister Robert Habeck versprach die ersten Abschlagszahlungen in den nächsten Wochen. "Wir wissen, dass es für viele Unternehmen aufwendig und kostspielig ist, 2G-Regeln umzusetzen oder andere Corona-Zutrittsbeschränkungen zu vollziehen." Finanzminister Christian Lindner betonte, die Bundesregierung stehe damit den Unternehmen zur Seite, um die Belastungen durch die Pandemie, so gut es geht, abzumildern.

Gastronomie fürchtet weitere Verluste

Vor allem das Gastgewerbe fühlt sich durch die Verschärfung der Corona-Regeln benachteiligt. Restaurants, Bars und Cafés fürchten weitere Verluste. Bund und Länder hatten sich darauf verständig, dass künftig in der Gastronomie die 2G-Plus-Regel gilt. Zutritt haben also nur Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Test. Ausgenommen sind Menschen mit einer Booster-Impfung, sie benötigen keinen Test.

Die Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, hält die Verschärfung für "ein Desaster": Schon jetzt hätten die Betriebe gegenüber 2019 mit deutlichen Umsatzeinbußen zu kämpfen. "Jeder zweite Unternehmer bangt um seine Existenz", sagte Hartges dem Nachrichtenportal "watson". "Die Auswirkungen, gerade was die Mitarbeiter angeht, sind jetzt schon katastrophal. Wir haben schon 100.000 Mitarbeiter verloren."

100.000 Euro je Fördermonat möglich

Überbrückungshilfe IV können die Steuerberater der Unternehmen über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragen. Für die Bearbeitung sind den Angaben zufolge die Bewilligungsstellen der Länder zuständig, die Abschlagszahlungen von bis zu 100.000 Euro je Fördermonat genehmigen könnten. Abschlagszahlungen sind Vorauszahlungen, die später mit den tatsächlich entstandenen wirtschaftlichen Schäden abgeglichen werden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Januar 2022 um 09:00 Uhr.