Geschlossene Stände eines Münchener Weihnachtsmarktes. | dpa

Steigende Corona-Fallzahlen Veranstaltungsbranche befürchtet "Todesstoß"

Stand: 16.11.2021 08:53 Uhr

Die Corona-Zahlen steigen und steigen, und schon mehren sich Forderungen, Veranstaltungen wie Adventsmärkte und Weihnachtsfeiern abzusagen. Für die Branche drohen erneut harte Zeiten.

Konzerte, Tagungen, Weihnachtsmärkte: Wegen der sich zuspitzenden pandemischen Lage sind sie wieder massiv gefährdet. Doch weitere Einschränkungen für Veranstaltungen könnten aus Branchensicht das Aus für viele beteiligte Unternehmen bedeuten. Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft warnt vor einem "Todesstoß" für die Branche.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und aus Bundesländern, Veranstaltungen zu schließen, seien in keiner Weise nachvollziehbar. "Wir wären auch notfalls bereit, von unseren Besuchern die Vorlage eines aktuellen negativen Schnelltests zu verlangen, also "2G plus" anzuwenden", teilte Verbandspräsident Jens Michow mit.

"Wir haben Existenzangst"

Auch Schausteller und Messeveranstalter sind angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen alarmiert. Von finsteren und ungewissen Aussichten sprach die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft, die heute auch in einer Online-Pressekonferenz über die Folgen der ausgelaufenen Corona-Wirtschaftshilfen informieren will.

"Wir sind höchst alarmiert, wir haben Existenzangst", sagte Schausteller-Präsident Albert Ritter. Für sie seien die Weihnachtsmärkte jetzt die wichtigste Einnahmequelle, bevor nach den Wintermonaten die Kirmessaison wieder beginne. "Wenn für Symbolpolitik die paar Weihnachtsmärkte geschlossen werden, müssen Überbrückungshilfen her."

Hilfsprogramme verlängern

Der Verband der deutschen Messewirtschaft (AUMA) warnte vor Aktionismus. "Die Rezepte des vergangenen Winters schmecken nicht mehr", formulierte Verbandschef Jörn Holtmeier. Empfehlung wie die des Robert Koch-Instituts, pauschal jegliche Veranstaltungen abzusagen, sei angesichts der Impfquoten unter Erwachsenen kaum mehr nachvollziehbar.

"Aussteller, Besucher und Veranstalter von sicher, sorgsam und verantwortungsvoll geplanten Messen sind zutiefst verunsichert. Messen sind sichere sowie gut regulier- und steuerbare Marktplätze für Handel und Geschäft. Mit gutem Grund sind es viele Messeprofis gewesen, denen Impfzentren landauf, landab anvertraut worden sind", meint Holtmeyer.  

Viele Weihnachtsfeiern abgesagt

"Die vierte Corona-Welle ist da, Veranstaltungen und Aufträge werden storniert, Arbeitsplätze fallen weg und die Einnahmen sinken erneut beziehungsweise brechen komplett weg", teilte die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft mit. Hilfsprogramme aber liefen am 31. Dezember aus. Sie müssten dringend verlängert werden.

Auch die Veranstalter von betrieblichen Weihnachtsfeiern bekommen die Verunsicherung zu spüren, nachdem neben dem RKI auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer Unternehmen zur Absage geraten hatte. Mittlerweile werden viele wieder storniert.

Über dieses Thema berichtete MDR Sachsen, Sachsenspiegel am 15. November 2021 um 19:00 Uhr.