Ein Stift liegt auf einem Antragsformular zur Corona Soforthilfe des Bundes.

Corona-Soforthilfen Eine Milliarde Euro freiwillig zurückgezahlt

Stand: 29.08.2021 18:55 Uhr

Von den erhaltenen Corona-Soforthilfen haben Kleinunternehmer inzwischen fast jeden zehnten Euro freiwillig zurückgezahlt. Im Bundeswirtschaftsministerium gingen Rückzahlungen von 911 Millionen Euro ein.

Schnell und unbürokratisch wollte der Staat Unternehmen in der Corona-Krise unterstützen, um sie vor der Pleite zu retten. Im Frühjahr vergangenen Jahres stellte die Bundesregierung 50 Milliarden Euro an Corona-Soforthilfen in Aussicht, 18 Milliarden Euro wurden davon im Haushalt 2020 bereitgestellt. Bis Ende 2020 wurden laut dem Bundeswirtschaftsministerium 14,1 Milliarden Euro an gut 1,8 Millionen von den Corona-Beschränkungen betroffene Betriebe ausgezahlt.

Bayern zahlten besonders viel zurück

Inzwischen geht es vielen Unternehmen wieder besser. Deshalb haben sie einen Teil der Hilfen zurückgezahlt. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte einen Zeitungsbericht, dass inzwischen freiwillige Rückzahlungen von 911 Millionen Euro eingegangen seien. Hinzu kämen 322 Millionen Euro an Rückforderungen, die die Länder hätten erwirken können. Das macht zusammen 1,3 Milliarden Euro an Corona-Soforthilfen, die bislang zurückgezahlt wurden, also fast ein Zehntel.

Besonders viel Geld kam aus Bayern zurück. Wie die "Bild am Sonntag" herausfand, zahlten die bayerischen Firmen insgesamt rund 190 Millionen Euro zurück. Aus Schleswig-Holstein kamen indes nur 15,3 Millionen Euro zurück.

Die Soforthilfen waren die erste Unterstützung für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer in der Corona-Krise. Sie waren dazu gedacht, die wirtschaftliche Existenz der Firmen und Selbstständigen zu sichern und akute Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Personalkosten und private Lebenshaltungskosten durften mit dem Geld nicht gedeckt werden.

33 Milliarden Euro für Hilfen ausgegeben

Neben den Soforthilfen stellt Berlin inzwischen auch Überbrückungshilfen für in Not geratene Firmen zur Verfügung. Laut "Bild am Sonntag" wurden dafür rund 18 Milliarden Euro bereits ausgezahlt. Insgesamt habe die Bundesregierung bisher mindestens 33 Milliarden Euro für Corona-Hilfen ausgegeben, schreibt das Blatt.

Die üppigen Hilfen des Bundes wurden teils auch ausgenutzt. Das einfache Online-Verfahren lockte einige Betrüger an. Bundesweit gehen Ermittler mindestens 6900 mutmaßlichen Betrugsfällen im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen nach.

Über dieses Thema berichtete BR24 Radio am 29. August 2021 um 02:00 Uhr.