Ein Forscher von Eli-Lilly testet in einem Labor in Indianapolis mögliche Covid-19-Antikörper. | AP

Antikörper-Mittel aus den USA Covid-Medikament zu wenig wirksam

Stand: 27.04.2021 15:56 Uhr

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat in den vergangenen Monaten auch dank des Corona-Medikaments Bamlanivimab gut verdient. Doch das Präparat hat inzwischen seine Notfallzulassung verloren. Das hat Konsequenzen.

Am Kampf gegen die Corona-Pandemie hat sich der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly mit zwei Medikamenten beteiligt. Eines davon hat allerdings ursprüngliche Hoffnungen nicht erfüllt, wie aus Angaben des Konzerns hervorgeht. Die Notfallzulassung, die das Präparat Bamlanivimab zunächst erhalten hat, wurde ihm inzwischen von der US-Arzneimittelbehörde FDA für den Einsatz als alleiniges Mittel wieder entzogen.

Das Antikörpermedikament hatte sich zuletzt als nicht ausreichend wirksam gegen die kursierenden Virusmutationen erwiesen, so die Begründung der Behörde. Die US-Regierung hatte daraufhin den noch nicht gelieferten Teil einer größeren Bestellung storniert. Eli Lilly hat aber noch ein weiteres Mittel namens Etesevimab am Markt, dessen Notfallzulassung nicht entzogen wurde. Eine Bamlanivimab-Therapie in Kombination mit diesem Mittel bleibt laut FDA erlaubt.

Umsatzeinbußen und hohe Forschungskosten

Der Pharmariese muss nun - nach Experteneinschätzungen auch wegen des erwarteten Umsatzausfalls bei Bamlanivimab - seine Ergebnisprognose eindampfen: Für das gesamte Jahr erwartet Vorstandschef David Ricks zwar noch einen leichten Gewinn. Die neue Erwartung eines Gewinns von 7,03 bis 7,23 Dollar je Aktie für 2020 liegt aber rund zehn Prozent unter der bisherigen Annahme und auch deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres. Neben dem Rückschlag mit Bamlanivimab drücken auch gestiegene Forschungskosten auf das Ergebnis.

Auch von der Bundesregierung gekauft

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hatte der Konzern seine Umsätze noch um 16 Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Dollar steigern können. Als Wachstumstreiber fungierten dabei auch das Diabetes-Medikament Trulicity und das Brustkrebsmittel Verzenio. Der Nettogewinn lag mit 1,4 Milliarden Dollar aber bereits klar unter Vorjahresniveau.

Antikörperpräparate wie die von Eli Lilly sind in Deutschland noch nicht offiziell zugelassen. Die Bundesregierung hatte beide Mittel aber für die Behandlung von Risikopatienten gekauft. Im Idealfall wirken sie wie eine passive Impfung und verhindern, dass Sars-CoV-2 in menschliche Zellen eindringt. Solche Präparate können Experten zufolge vor allem in einer frühen Phase der Infektion sinnvoll sein, wenn sich das Virus stark vermehrt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. April 2021 um 11:42 Uhr.