Hinweisschild vor einem Spielzeuggeschäft in Hamburg-Eimsbüttel | dpa

Corona-Lockerungen Restaurants und Hotels öffnen für Ungeimpfte

Stand: 04.03.2022 04:17 Uhr

Endlich wieder auf Konzerte oder in den Club gehen: Das wird nun wieder etwas einfacher. Denn ab heute greift die zweite Stufe des Lockerungsplans von Bund und Ländern - vor allem für den Veranstaltungsbereich und die Gastronomie.

Von Oliver Neuroth, ARD-Hauptstadtstudio

Vor allem in das Leben der Ungeimpften kehrt ab heute etwas Normalität zurück. Sie können wieder auswärts essen gehen oder übernachten. In Restaurants und Hotels gilt anstatt der 2G- die 3G-Regel. Hinein kommt also, wer entweder geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet ist.

Oliver Neuroth ARD-Hauptstadtstudio

Clubs und Diskotheken dürfen ab heute nach der 2G-Plus-Regel öffnen. Geimpfte und Genese werden also hineingelassen, wenn sie zusätzlich ein negatives Testergebnis vorlegen können oder geboostert sind. In Berlin müssen sich auch Geboosterte noch testen lassen.

Lauterbach warnt

"Wir müssen vorsichtig sein und nicht glauben, die Pandemie sei vorbei", sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Er hatte in den vergangenen Wochen stets vor Lockerungen der Corona-Maßnahmen gewarnt, auf die Rekordzahlen bei den Neuinfektionen verwiesen. Doch der Höhepunkt der Omikron-Welle scheint überwunden zu sein, Lauterbach steht hinter dem Drei-Stufen-Plan, den Bund und Länder Mitte Februar verabschiedet haben. Gerade so.

"Mein Appell an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder: Auf keinen Fall bei den Lockerungen über das hinwegzugehen, was wir beschlossen haben. Sonst ist ein Rückfall hier nicht ausgeschlossen. Und einen solchen Rückfall wollen wir derzeit nicht erleben", warnt Lauterbach.

Daher bleiben die Corona-Regeln zum Beispiel bei überregionalen Großveranstaltungen noch streng: Es gilt 2G oder 2G-Plus. Ob ein zusätzlicher Test fällig wird, hängt vom Event ab. Für Veranstaltungen in Innenräumen ist eine Auslastung von 60 Prozent gestattet, maximal 6000 Menschen dürfen kommen. Im Freien sind 75 Prozent erlaubt, höchstens 25.000 Zuschauer.

Ab 20. März nur noch Basisschutz

Diese neuen Regeln werden nur gut zwei Wochen lang gelten. Am 19. März läuft das Infektionsschutzgesetz aus - und das ist aktuell die Grundlage für die Corona-Einschränkungen. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass ab dem 20. März ein sogenannter Basisschutz bestehen bleiben soll.

Was das im Detail bedeutet, wird noch erarbeitet, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz: "Abstand und Masken werden die wichtigsten Regeln sein, die wir haben. Ein paar andere werden wir noch brauchen, vor allem situativ. Wenn plötzlich ein Ausbruch da ist, wenn plötzlich in einem Landkreis die Situation entsteht, wo zum Beispiel ein großes Infektionsgeschehen ist. Und um das möglich zu machen, dazu findet jetzt Gesetzgebung statt. Und die wollen wir auch rechtzeitig abschließen - vor dem 20. März."

Der Koalitionspartner FDP pocht darauf, dass ab dem 20. März möglichst wenige Corona-Regeln in Kraft bleiben. Parteichef und Finanzminister Christian Lindner drückt es so aus: "Es gilt unsere verfassungsmäßige Ordnung und das heißt, dass der Staat nur dort eingreift, wo es wirklich notwendig ist, wo wirklich eine Gefahr besteht. Und darüber werden wir gemeinsam genau beraten: Was ist noch erforderlich, was ist nicht erforderlich.“

Zur Not greift die Rückfalloption

Sollte sich das Infektionsgeschehen nach dem 20. März deutlich verschlechtern, greift eine Art Rückfalloption. Demnach leitet die Bundesregierung dann zügig ein neues Gesetz in die Wege, das weitere Corona-Schutzmaßnahmen vorsieht. So sieht es die Verabredung von Bund und Ländern aus dem Februar vor.

Niemand weiß, wie die Pandemie weiter verläuft. Aber Experten halten es zumindest für wahrscheinlich, dass auch in diesem Herbst und Winter die Zahl der Neuinfektionen wieder steigt. Sei es durch Omikron oder eine andere, neue Variante des Coronavirus.

Über dieses Thema berichtete das ARD Morgenmagazin am 04. März 2022 um 06:19 Uhr.