Ein Mann sitzt im Homeoffice am Tisch an einem Laptop und arbeitet. | dpa

Wegfall der Homeoffice-Pflicht Arbeitgeber begrüßen neue Flexibilität

Stand: 14.03.2022 11:13 Uhr

Trotz steigender Infektionszahlen sollen in Deutschlands Betrieben in einer Woche lockerere Corona-Auflagen gelten. Die Arbeitgeber begrüßen flexiblere Regeln und den Wegfall der Homeoffice-Pflicht.

Eine Woche vor der geplanten Aufhebung der meisten bundesweiten Corona-Auflagen lässt die aktuelle Ausbreitung des Virus die Zweifel an den betrieblichen Lockerungen wachsen - die Arbeitgeber indes begrüßen den Wegfall der Regelungen.

Im entsprechenden Entwurf einer Verordnung des Bundesarbeitsministeriums ist vorgesehen, dass die Arbeitgeber selbst die Gefährdung durch das Virus einschätzen und in einem betrieblichen Hygienekonzept entsprechende Maßnahmen festlegen sollen. Prüfen sollen die Arbeitgeber dann dem Entwurf zufolge, ob sie den Beschäftigten einen Corona-Test pro Woche anbieten, ob sie Schutzmasken bereitstellen und ob Beschäftigte im Homeoffice arbeiten sollen. Auch über Schutzmaßnahmen wie Abstands- und Hygieneregeln oder eine Maskenpflicht sollen Betriebe künftig selbst entscheiden. Die Verordnung soll am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden.

"Flexibilisierungen notwendig und sinnvoll"

Die Arbeitgeber in Deutschland begrüßen die geplanten Lockerungen und sagen die Beibehaltung von Schutzmaßnahmen zu: "Die jetzt vorgesehenen Flexibilisierungen für die Betriebe sind notwendig und sinnvoll", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Die Flexibilisierungen seien die gebotene Reaktion auf die betrieblichen Schutzkonzepte und die hohe Impfquote der Beschäftigten.

Wie geht es mit dem Thema Homeoffice weiter? "Auch nach Aufhebung der gesetzlichen 3G-Zugangsregelung und dem Wegfall der Verpflichtung zu mobiler Arbeit wird die Wirtschaft weiterhin wirksame Schutzmaßnahmen beibehalten", kündigte Dulger an.

Im Verordnungsentwurf ist der Hinweis enthalten, dass keine gesetzliche Verpflichtung zum Homeoffice bestehe, sondern der Arbeitgeber die Möglichkeit habe, seinen Beschäftigten Homeoffice anzubieten. Dulger sagte, auch mobile Arbeit werde ohne gesetzlichen Zwang in den Betrieben weiter genutzt werden. "Es ist daher überflüssig, dass das Bundesarbeitsministerium entgegen dem Beschluss der Ministerpräsidenten und des Bundeskanzlers das Homeoffice wieder zum Teil durch die Hintertür in der Arbeitsschutzverordnung verankern will", kritisierte er.

DGB: Arbeitsschutz keine Privatsache

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt indessen davor, den Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz zu vernachlässigen. "Arbeitsschutz darf ab Ende März keinesfalls zur Privatsache der Beschäftigten werden", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Pandemie ist eben noch nicht vorbei, und deshalb bleibt Homeoffice, da wo es möglich ist, auch weiterhin nützliches Instrument, um Kontakte und damit Infektionsgefahren einzuschränken."

Gleichzeitig müssten Beschäftigte auch am Arbeitsplatz im Unternehmen weiterhin geschützt werden: durch Maskentragen in Innenräumen und enge Kontrollen des Infektionsgeschehens durch regelmäßige Tests. "Die Kosten dafür müssten die Arbeitgeber tragen", sagte Piel.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. März 2022 um 08:00 Uhr.