Logo der Commerzbank an einer Filiale | dpa

Harter Sparkurs Commerzbank macht wieder Gewinn

Stand: 12.05.2021 09:31 Uhr

Der Kurs des neuen Commerzbank-Chef Manfred Knof zeigt offenbar bereits Wirkung: Der Bank hat zum Jahresauftakt trotz hoher Kosten überraschend wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Von Januar bis März hat die Commerzbank einen Gewinn von 133 Millionen Euro verbucht. Sie kehrte damit nach dem Milliardenverlust des vergangenen Jahres überraschend in die schwarzen Zahlen zurück. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einem Verlust von 131 Millionen Euro für das erste Quartal gerechnet. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte die Bank einen Verlust von 291 Millionen Euro verzeichnet.

Mehrere Faktoren führen zu Gewinn

Die Erträge und damit die gesamten Einnahmen legten im ersten Quartal vor allem dank eines kräftigen Provisionsüberschusses im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Drittel auf rund 2,5 Milliarden Euro zu.

Das Institut profitierte auch von guten Geschäften am Kapitalmarkt, einer von 326 auf 149 Millionen Euro gesunkenen Vorsorge für Kreditausfälle und von einer deutlich geringeren Steuerlast. Zu dem positiven Ergebnis habe "besonders das starke Wertpapiergeschäft beigetragen, mit dem wir die Effekte aus dem negativen Zinsumfeld weitgehend ausgleichen konnten", erklärte Finanzvorständin Bettina Orlopp.

Bessere Aussichten

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand des im MDAX notierten Unternehmens nun nicht mehr mit etwas sinkenden Erträgen, sondern mit einer leichten Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr. "Wir wollen die digitale Beratungsbank für Deutschland sein", hatte der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof noch vor kurzem verkündet.

Die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle dürfte nach derzeitiger Einschätzung des Managements im Gesamtjahr wahrscheinlich bei bis zu einer Milliarde Euro liegen. Im vergangenen Jahr hatte es noch einen Verlust von 2,9 Milliarden Euro gegeben.

Sparen, sparen, sparen

Der seit Anfang 2021 amtierende Konzernchef Knof hatte zugig nach Beginn seiner Amtszeit einen harten Sparkurs eingeschlagen. Am Freitag hatten sich Management und Arbeitnehmervertreter geeinigt, tausende Stelle einzusparen. Bis Ende 2024 soll konzernweit die Zahl der Vollzeitstellen von knapp 40.000 auf 32.000 zusammengestrichen werden. Das Filialnetz in Deutschland wird von 790 auf 450 Standorte fast halbiert.

Manfred Knof  | dpa

Der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof will die Commerzbank wieder in die Spur bringen. Bild: dpa

Der Konzernumbau wird noch teurer als geplant. Der Vorstand rechnet inzwischen mit Kosten in Höhe von "etwas mehr als zwei Milliarden Euro", zunächst war von 1,8 Milliarden Euro die Rede.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 12. Mai 2021 um 09:00 Uhr.