Commerzbank im Gallileo Hochhaus an der Frankfurter Gallusanlage | picture alliance / Daniel Kubirs

Zahlen im zweiten Quartal Commerzbank macht wieder Gewinn

Stand: 04.11.2021 09:38 Uhr

Trotz sinkender Einnahmen ist die Commerzbank im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Dafür verantwortlich waren vor allem die gesunkene Risikovorsorge und das rigorose Sparprogramm.

Die mitten im Umbau befindliche Commerzbank hat im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben und stellt auch für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis in Aussicht. Das Frankfurter Geldhaus erwirtschaftete von Juli bis September einen Gewinn von 403 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die Commerzbank noch einen Verlust von 60 Millionen Euro verbucht. "Die Umsetzung unserer Strategie geht planmäßig voran und auch das operative Geschäft entwickelt sich gut", erklärte Commerzbank-Chef Manfred Knof. Auch 2022 werde das Haus weitere "signifikante" Fortschritte machen.

Ermöglicht wurde die Wende im dritten Quartal durch die kräftig gesunkenen Verluste durch faule Kredite. Sie gingen von 272 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 22 Millionen zurück. Gleichzeitig schrumpften die Kosten für den Umbau der Bank um fast zwei Drittel auf 76 Millionen Euro. Dadurch gingen die Gesamtkosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund fünf Prozent zurück. Auf Wachstumskurs ist die Commerzbank damit aber nicht. Im Gegenteil. Die Einnahmen sind um knapp vier Prozent auf zwei Milliarden Euro gesunken. Wegen der niedrigen Zinsen musste die Commerzbank einen um 8,5 Prozent gesunkenen Zinsüberschuss hinnehmen.

Rigoroses Sparprogramm

Dennoch erklärte Finanzchefin Bettina Orlopp, die Bank habe solide Erträge bei weiterhin niedriger Risikovorsorge erzielt und die Kosten im Griff. Dadurch sei das Vorsteuerergebnis auf 472 Millionen Euro geklettert, nach 168 Millionen Euro vor Jahresfrist. Auch damit übertraf das Geldhaus die Erwartungen. Noch im zweiten Quartal hatte das Institut wegen der Aufwendungen für den Konzernumbau und Abschreibungen für ein gestopptes Outsourcing-Großprojekt rote Zahlen geschrieben.

Das Bankhaus steckt im Umbruch und will dank eines rigorosen Sparkurses, dem Hunderte Filialen und rund 10.000 Stellen zum Opfer fallen, wieder dauerhaft Gewinne erzielen. Bereits das laufende Jahr will die Commerzbank mit schwarzen Zahlen abschließen. Die Bank strebt unverändert Kosten von rund 6,5 Milliarden Euro an. Hinzu kommt der Aufwand für eine
Sonderabschreibung in Höhe von 200 Millionen Euro. Beim Risikoergebnis rechnet die Bank nun mit weniger als 700 Millionen Euro.

Im Krisenmodus gefangen

Vor kurzem hatte bereits der Rivale Deutsche Bank seinen Zwischenbericht für das Sommerquartal vorgelegt. Deutschlands größtes Geldhaus verdiente trotz zusätzlicher Kosten für die Neuaufstellung und Einbußen im wichtigen Investmentbanking mehr als Experten ihm zugetraut hatten. Im Zeitraum Juli bis September erzielte die Deutsche Bank unter dem Strich einen Gewinn von 194 Millionen Euro - ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wie die Commerzbank steckt auch die Deutsche Bank in einem umfassenden Umbau. Und im Vergleich mit ihren europäischen Wettbewerbern erwecken die beiden deutschen Großbanken immer noch den Eindruck als seien sie im Krisenmodus gefangen. So verkündete zeitgleich mit der Commerzbank die holländische ING-Bank, dass sie im dritten Quartal mit knapp 1,4 Milliarden Euro einen um fast drei Viertel höheren Gewinn erzielt hat als 2020.

Über dieses Thema berichtete BR24 Börse am 04. November 2021 um 07:42 Uhr.