Ein Arbeiter bedient einen Roboter im PKW-Werk der SAIC Motor Corporation Ltd. in der südostchinesischen Provinz Fujian. | picture alliance/dpa/XinHua

Autoindustrie in China Ausland soll mehr investieren können

Stand: 28.12.2021 15:15 Uhr

China will ausländischen Konzernen ab kommendem Jahr mehr Investitionen in die landeseigene Autoindustrie ermöglichen. Erste deutsche Autobauer haben bereits Interesse bekundet.

Von Eva Lamby-Schmitt, ARD-Studio Shanghai

Die Neuregelung für den chinesischen Automobilmarkt kommt nicht überraschend. Bereits im April 2018 hatte China angekündigt, die Automobilbranche für Ausländer in mehreren Schritten öffnen zu wollen. Bislang hat China ausländische Autokonzerne dazu gezwungen, mit chinesischen Unternehmen in sogenannten Joint-Ventures zusammenzuarbeiten.

Eva Lamby-Schmitt ARD-Studio Shanghai

Chinas Automarkt ist der weltgrößte und auch für die deutschen Konzerne ein großer Absatzmarkt. Der chinesische Auto-Analyst Zhong Shi sieht mit der Änderung Vorteile für ausländische Unternehmen:

Sobald die Änderung in Kraft tritt, können ausländische Autofirmen mehr Anteile halten und zu mehrheitlichen Anteilseignern bei Gemeinschaftsunternehmen in der Automobilindustrie in China werden. Ausländische Autokonzerne werden mehr Vorteile wie Stimmrechte und Gewinnanteile in den Joint-Ventures erhalten.

Zhong Shi geht deshalb davon aus, dass ausländische Autobauer in Zukunft mehr Anreize haben, in die chinesische Autoindustrie zu investieren.

Regelung soll ab kommendem Jahr gelten

Ab 2022 soll die Neuregelung nach Angaben der zuständigen Behörden in China gelten.

Maximilian Butek von der Deutschen Auslandshandelskammer in Shanghai begrüßt die Öffnung der chinesischen Automobilbranche für ausländische Unternehmen. Deutsche Autobauer hätten sich nach der Ankündigung vor drei Jahren bereits darauf eingestellt. "Ich erwarte allerdings nicht, dass es hier zwingend zu Umverteilungen in existierenden Joint-Ventures kommen wird. Auch erwarte ich nicht, dass viele ausländische Autohersteller nun zu 100 Prozent alleine in den Markt einsteigen werden", sagt Butek.

Nach wie vor bräuchten deutsche Automobilhersteller starke chinesische Partner, die am Markt vor Ort gut vernetzt sind.

Deutsche Autobauer wollen mehr investieren

Der deutsche Autobauer BMW hatte kürzlich angekündigt, seine Präsenz in China auszuweiten und noch mehr Modelle im Land zu produzieren. Im ersten Quartal des nächsten Jahres will BMW seinen Anteil am Joint-Venture mit ihrem chinesischen Partner um 25 Prozent erhöhen. Der Münchner Autobauer würde dann 75 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens kontrollieren und wäre der erste westliche Autohersteller mit diesem Privileg.

Auch Daimler und Volkswagen haben den Wunsch geäußert, die Mehrheit ihrer chinesischen Joint-Ventures zu übernehmen, bisher allerdings ohne Erfolg.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Dezember 2021 um 15:34 Uhr.