Rote Ampel neben einem Hinweisschild mit den Logos von Media Markt und Saturn | picture alliance / dpa

Elektronikmarkt-Kette Weitere Filialen von Media-Markt und Saturn schließen

Stand: 12.08.2021 16:53 Uhr

Dem Umbau bei Media-Markt und Saturn fallen weitere Filialen zum Opfer. Die Muttergesellschaft Ceconomy will künftig verstärkt kleinere Standorte erproben - oder Teile des Sortiments in Warenhäusern anbieten.

Der Elektronikhändler Ceconomy schließt mehrere Filialen in Deutschland. Insgesamt seien in dem noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 13 Media-Markt- und Saturn-Filialen in Deutschland betroffen, sagte Finanzvorstand Florian Wieser in Düsseldorf. Dazu kämen 10 bis 15 Standorte in Ausland. Im Jahr 2020 betrieb Ceconomy über 400 Elektronikmärkte in Deutschland. Nach früheren Angaben sollen hierzulande rund 1000 Stellen wegfallen.

Medienberichten zufolge gehören unter anderem Filialen in Düsseldorf, Göttingen, Fürth, Gelsenkirchen, Essen sowie Münster zu den Häusern, die schließen - teilweise noch früher als ursprünglich geplant. Finanzvorstand Wieser betonte aber, es sei kein größeres Restrukturierungsprogramm geplant. Insgesamt werde es in Zukunft eher mehr als weniger Standorte geben, so Wieser.

"Shop-in-Shop-Konzept"

Dabei denkt das Unternehmen über neue Marktkonzepte nach. "Lange Zeit galt das Credo, mehr Fläche und mehr Produkte führen zu mehr Kunden und Umsatz. So einfach ist das heute nicht mehr", sagte der neue Ceconomy-Chef Karsten Wildberger.

In den Innenstädten könnten deshalb kleinere Märkte von Media-Markt und Saturn mit einem ausgewählten Sortiment entstehen. Dabei ist auch eine stärkere Vernetzung des Onlineangebots geplant. Außerdem seien "Shop-in-Shop"-Konzepte denkbar, bei denen ein kleines Elektroniksortiment etwa in SB-Warenhäusern angeboten wird. Dies hatte der Konzern bereits im Ausland getestet. Ab dem kommenden Jahr könnte es auch in Deutschland solche Läden geben.

Folgen der Krise weiter spürbar

Die heute vorgelegten Quartalszahlen des Düsseldorfer Elektronikkonzerns tragen weiterhin die Spuren der Corona-Krise. Dank guter Geschäfte vor allem in Spanien, Italien und in der Türkei sowie des boomenden Onlinehandels stieg der Umsatz zwar um acht Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Doch rutschte der Konzern tiefer in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 67 Millionen Euro. Vor allem das Inlandsgeschäft in Deutschland litt unter den monatelangen Ladenschließungen.

Das Onlinegeschäft wuchs dagegen in den neun Monaten bis Juni um 75 Prozent und machte zuletzt rund ein Drittel des Quartalsumsatzes aus.

Erstmals seit Februar wieder Prognose

Wildberger, der sei zwei Wochen an der Spitze des Unternehmens steht, zeigte sich verhalten optimistisch mit Blick auf die Aussichten von Ceconomy . "Mein erster Eindruck ist: Das Unternehmen ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg, aber es gibt sehr viel zu tun."

Gestern Abend hatte die Elektronik-Holding auch wieder eine konkrete Geschäftsprognose gewagt, nachdem sie ihre Ziele im Februar angesichts des Lockdowns zurückziehen musste. Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr erwartet Ceconomy einen "leichten bis moderaten" währungsbereinigten Umsatzanstieg. Im Vorjahr hatte der Konzern rund 20,8 Milliarden Euro erlöst. Beim bereinigten operativen Ergebnis rechnet das Management nun mit einem Plus von 210 bis 250 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 236 Millionen Euro gewesen.