Logos von Media Markt und Saturn auf einem Verwaltungsgebäude | picture alliance/dpa

Pläne des Ceconomy-Konzerns Neue Großfilialen von Media Markt geplant

Stand: 08.11.2021 15:16 Uhr

Der neue Chef des Ceconomy-Konzerns mit den Marken Media Markt und Saturn hat angekündigt, europaweit neue Großfilialen zu eröffnen. Im Durchschnitt sollen die Märkte allerdings etwas schrumpfen.

Der neue Chef Elektronikhändlers Ceconomy (Media Markt, Saturn), Karsten Wildberger, will mit seinem Konzern stärker in Konkurrenz zum US-Unternehmen Amazon treten. "Wir verfolgen das klare Ziel, eine führende europäische Omnichannel-Plattform aufzubauen", sagte Wildberger in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Das sei eine Plattform, die die Stärken des E-Commerce mit dem stationären Geschäft verknüpfe.

Ceconomy habe die Coronakrise dazu genutzt, die Logistik auszubauen und die Lieferzeiten zu verkürzen, sagte Wildberger: "Unser Ziel ist es, dass wir Kunden, die bei uns bestellen, noch am selben Tag beliefern können." Heute schon könnten Kunden innerhalb von 30 Minuten ihre Bestellung im Markt abholen.

Der Vorstandschef kündigte ferner europaweit bis zu 35 neue Großfilialen an. Diese Läden sollen auf 5000 bis 6000 Quadratmetern auch Partnershops und Veranstaltungsflächen bieten. Eine erste solche Filiale mit dem Namen "Media World" hat Ceconomy bereits in Mailand eröffnet. Als nächstes soll ein Standort in Rotterdam hinzukommen.

Kleinere Filialen für die Innenstädte

Allein in Deutschland hat Ceconomy aktuell rund 400 Märkte. Im Schnitt will der Konzern seine Filialen allerdings noch etwas verkleinern. "Von einer durchschnittlichen Marktgröße von 2500 Quadratmetern planen wir perspektivisch auf 2200 Quadratmeter runterzugehen", so Wildbeger im "Handelsblatt". In den Innenstädten plane das Unternehmen mehr sogenannte "Smart-Shops", die nur noch eine Fläche von 600 bis 800 Quadratmetern haben sollen.

Für ein relevantes Plattformunternehmen aus Europa gebe es eine starke Nachfrage, sagte der Manager. Bereits jeder dritte Europäer kaufe bei Ceconomy ein. Wildberger zufolge hat sich der Online-Umsatz seines Konzerns in den vergangenen 18 Monaten um das 4,5-Fache erhöht, der Anteil am Gesamtumsatz liege bereits bei rund 33 Prozent.

Komplettübernahme als Ziel

Außerdem treibt Ceconomy den Plan wieder voran, sich seine Tochter Media-Saturn komplett einzuverleiben. Nachdem das Vorhaben zuletzt wegen Aktionärsklagen ins Stocken geraten war, sollen die Anteilseigner im kommenden Jahr bei einer außerordentlichen Hauptversammlung erneut darüber abstimmen, teilte das Unternehmen mit.

Eigentlich sollten die Anteile der Beteiligungsgesellschaft Convergenta, der Familienholding des verstorbenen Media-Markt-Mitgründers Erich Kellerhals, bereits bis Ende des Sommers an Ceconomy gehen. Die Hauptversammlung hatte Mitte Februar diesem Plan ursprünglich zugestimmt, dann wurde das Vorhaben aber von Aktionärsklagen gestoppt. Jetzt will Ceconomy erneut abstimmen lassen.

Ceconomy hatte die Einigung mit der Familie Kellerhals im vergangenen Dezember nach jahrelangem Zwist verkündet und wollte sie im Ende September beendeten Geschäftsjahr eigentlich abschließen. Mit der Übernahme und der daraus erfolgenden Neuorganisation der Gesellschafterstruktur wollen die Düsseldorfer das komplizierte Geflecht des Konzerns vereinfachen.

Media Markt-Saturn soll eine 100-prozentige Tochter von Ceconomy werden. Ceconomy erhofft sich dadurch eine geringere Komplexität und eine Verbesserung der Prozesse. Die beiden Elektronikketten Media Markt und Saturn sind die wichtigsten Geschäfte von Ceconomy.