Milliardär Richard Branson posiert in Uniform im Vorfel des geplanten Raumflugs | EPA

Testflug von Virgin Galactic Kindheitstraum eines Milliardärs

Stand: 11.07.2021 09:44 Uhr

Heute will Richard Branson ins All starten. Kindheitsträume spielen dabei ebenso eine Rolle wie das Wettrennen der Milliardäre. Für Bransons Firma Virgin Galactic geht es um den Milliardenmarkt Weltraumtourismus.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

In Zeitlupe schreitet der Milliardär Richard Branson im Astronautenanzug einen Gang entlang. Per Video gibt er bekannt, dass er selbst mit seiner Crew ins Weltall fliegen wird. Der Weltraum gehöre allen, sagt Branson in dem Video. Er wolle mehr Menschen ermöglichen, Astronaut zu werden. 

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Weltraumtourismus, darum geht es Branson genauso wie auch seinem ärgsten Konkurrenten in dem Feld - Ex-Amazon-Chef Jeff Bezos. Dieser will am 20. Juli einen kurzen Ausflug ins All wagen. "Wir mussten irgendwann aufhören, Buchungen anzunehmen", erzählt Branson im Interview mit dem Radio Netzwerk NPR. 600 Leute hätten sich bereits für einen Flug angemeldet. Kostenpunkt im Moment: bis zu 250.000 US-Dollar.

Milliardenmarkt Weltraumtourismus

Für Bezos' Flug am 20. Juli hat ein anonymer Bieter sogar 28 Millionen US-Dollar bezahlt, um dabei zu sein. Zahlende Kundschaft ist also vorhanden, trotz schwindelerregender Preise. Mit Ausflügen ins Weltall ist offenbar durchaus Geld zu verdienen. Zu diesem Schluss kam zumindest unter anderem schon die Schweizer Bank UBS. Sie veröffentlichte einen Bericht, wonach Reisen in den Weltraum bis zum Jahr 2030 einen Markt im Umfang von drei Milliarden US-Dollar darstellen könnten.

Langfristig, meint Branson, wolle man die Preise für die Tickets natürlich senken. "Flugreisen waren in den 1920er-Jahren etwas für Superreiche. Jahrzehnt für Jahrzehnt gingen die Preise runter, jetzt können sich das viele leisten. Wir werden die Preise auch senken können", sagt er.

 

Milliardäre erfüllen sich Kindheitstraum

Die Weltraumflüge sind risikoreich, schwer kalkulierbar und teuer. Auch deswegen ist klar, dass die Motivation, ins All zu fliegen, mehr ist, als nur ein neues Geschäftsfeld zu entdecken. Die Milliardäre kaufen sich so einen absoluten Kindheitstraum. 

Bezos beispielsweise erzählt in einem Video auf seinem Instagram-Kanal, dass er sein ganzes Leben schon in den Weltraum fliegen will - und nun sogar seinen Bruder auf den ersten Flug mitnimmt. Dazu kommt unbestreitbar auch der Wettbewerb unter den superreichen Weltall-Pionieren. Dass Branson überraschend vor Bezos ins All fliegen will, war von vielen Beobachtern als klarer Seitenhieb gewertet worden.

NASA profitiert

Beim Rennen ins All gibt es schon jetzt einen klaren Gewinner: die US-Weltraumbehörde NASA. Die freut sich nämlich, dass die Unternehmen die Raumfahrt so auch günstiger machen und wieder unabhängiger von anderen Ländern, erklärt der ehemalige Astronaut Thomas David Jones bei Bloomberg. "Nachdem das Spaceshuttle-Programm eingestellt wurde, gab es keinen Weg für die USA zur Raumstation, es sei denn mit Raketen, die wir bei den Russen gemietet haben. Mit dem SpaceX Crew Dragon konnten wir uns aus diesem Monopol befreien", sagt Jones.

Auch SpaceX will ab 2023 ins Weltraumtourismusgeschäft einsteigen. Für das kommende Jahr hat das US-Unternehmen Axiom Space gemeinsam mit SpaceX und der NASA einen touristischen Raumflug zur ISS geplant. 

Korrektur: In einer früheren Version des Berichts hieß es, ein anonymer Bieter hätte 28 Millionen US-Dollar bezahlt, um beim heutigen Flug von Branson dabei zu sein. Das stimmt nicht und wurde nachträglich korrigiert. Der Bieter zahlte das Geld für den Bezos-Flug am 20. Juli.

Über dieses Thema berichteten am 11. Juli 2021 MDR aktuell um 08:35 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Miauzi 11.07.2021 • 13:41 Uhr

Zitat: "Die Bohrköpfe von

Zitat: "Die Bohrköpfe von Tunnelbohrmachinen sind mit Diamant besetzt. Weil Diamanten so sehr hart sind, und alles andere zerschneiden können. Im Prinzip sogar Granit im Fels." oder halt Wolfram-Karbit ist halt ähnlich hart - kann man aber künstlich herstellen (und ja - ich selbst kennen noch Bohrkronen mit künstlich hergestellten Diamanten) auch für Gold gibt es eine Reihe von alternativen Materialien - die leiten vielleicht nicht ganz so perfekt - sind aber ähnlich korrosiv beständig