Bosch-Manager Hartung und Denner | picture alliance / dpa

Hartung löst Denner ab Chefwechsel bei Bosch

Stand: 25.06.2021 12:32 Uhr

Einer der größten deutschen Konzerne tauscht seine Führungsspitze aus: Der bisherige Bosch-Vorstandschef Volkmar Denner räumt seinen Platz für Stefan Hartung. Auch der Aufsichtsrat bekommt einen neuen Vorsitzenden.

Der bisherige Vorstandschef der Technologiekonzerns Bosch, Volkmar Denner, gibt zum Jahresende sein Amt ab. Nachfolger als Vorsitzender der Geschäftsführung wird nach Unternehmensangaben der 55-jährige Stefan Hartung, bisher Leiter der Kernsparte Autozulieferung, die zuletzt mit 42 Milliarden Euro mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz von 71,5 Milliarden Euro beisteuerte. Damit gehört Bosch nach unabhängigen Schätzungen zu den zehn umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland.

Auch Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats

Auch die Spitze des Aufsichtsrats von Bosch wird neu besetzt: Amtsinhaber Franz Fehrenbach geht nach fast 47 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand. Bisher war es in dem Traditionskonzern üblich, dass der operative Chef dieses Amt übernimmt. Doch jetzt wird nicht Denner der Vorsitzende des Gremiums, sondern der bisherige Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer.

Denner bleibt als wissenschaftlicher Berater der Bosch-Gruppe zu Quantentechnologie im Unternehmen. Er erklärte, er wolle bahnbrechende Forschungsergebnisse in Technik zum Wohle des Menschen übersetzen. "Dieser Leidenschaft für die Verschiebung der Grenzen des Machbaren will ich mich wieder stärker widmen."

Bosch-Chef Volkmar Denner

Volkmar Denner wird künftig als wissenschaftlicher Berater für die Bosch-Gruppe arbeiten.

Lange geplanter Umbau der Konzernspitze

Der Umbau des Managements sei seit langem vorbereitet worden, erklärte der Konzern. Der größte Automobilzulieferer weltweit steckt wie die gesamte Branche mitten im Umbruch von fossilen Verbrennungsmotoren zu emissionsfreien Antrieben wie Elektromotoren oder Brennstoffzellen.

Der Stiftungskonzern hat unter Denners Leitung außerdem immer stärker auf digitale Technologien und Produkte umgestellt - seien es internetfähige Haushaltsgeräte, Maschinen, Sensoren für Smartphones, elektronische Assistenzfunktionen für Fahrzeuge oder Software für autonomes Fahren. So sind etwa 34.000 der weltweit 395.000 Beschäftigten Software-Entwickler. Ein bisher nicht vollständig bewältigtes Kapitel unter Denners Verantwortung bleibt aber die Verwicklung des Autozulieferers in den VW-Dieselskandal.

Kein Eigengewächs von Bosch

Der künftige Bosch-Chef Hartung hat seine Karriere nicht direkt bei dem Unternehmen begonnen - anders als viele andere im Management. Der promovierte Maschinenbauer war zunächst bei der Fraunhofer-Gesellschaft und der Unternehmensberatung McKinsey tätig.

Im Jahr 2004 begann er seine Karriere bei dem Stiftungsunternehmen - zunächst als Manager bei der Hausgerätesparte. Anschließend kümmerte er sich um die Elektrowerkzeuge und übernahm später den Bereich Energie- und Gebäudetechnik, zu der auch die Solartechnik gehörte. Die Sanierung gelang dem Konzern nicht - sie wurde später aufgegeben. Seit 2013 ist Hartung Mitglied der Bosch-Geschäftsführung, damals war er einer der jüngsten Manager im Zirkel der Geschäftsführer.