RWE Power AG Kraftwerk Niederaußem | picture alliance / Jochen Tack

Teure Energie Börse profitiert von hohen Strompreisen

Stand: 20.10.2021 11:30 Uhr

Mit dem Aktienhandel hat die Deutsche Börse im vergangenen Quartal kaum Geld verdient. Dagegen sorgten die Turbulenzen am Strommarkt beim Frankfurter Börsenbetreiber für ein kräftiges Gewinnplus.

Die Deutsche Börse ist ein Profiteur der zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise - dank der Leipziger Strombörse EEX (European Energy Exchange), an der der Frankfurter Börsenbetreiber die Mehrheit hält. Die Preisexplosion bei Strom und Gas bescherten der Strombörse ein hohes Handelsvolumen in den Monaten Juli bis Ende September.

Umsatz auch dank Übernahmen gewachsen

Das boomende Geschäft mit Strom- und Gasprodukten kompensierte das stagnierende Geschäft im Aktienhandel. So erhöhte sich das operative Ergebnis der Deutschen Börse im dritten Quartal um ein Viertel auf knapp 500 Millionen Euro. Das teilte der Börsenbetreiber am Dienstagabend mit. Unter dem Strich verdiente die Deutsche Börse über 300 Millionen Euro. Das sind 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz kletterte in den letzten drei Monaten um 18 Prozent auf 838 Millionen Euro. Zu diesem zweistelligen Wachstum trugen neben dem volatilen Stromgeschäft auch Übernahmen bei.

Strom-Großhandelspreise mehr als verdoppelt

Die zum Konzern gehörende Leipziger Strombörse EEX steigerte ihre Erlöse um 17 Prozent. Das operative Ergebnis zog um ein Viertel auf 35 Millionen Euro an. An der Strombörse haben sich die Großhandelspreise für Strom seit März 2020 mehr als verdoppelt. Besonders Gas hat sich verteuert. Auch die Preise für CO2-Zertifikate, die in Leipzig gehandelt werden, haben deutlich zugelegt.

Haushalte werden stark belastet

Der massive Großhandelspreisanstieg bei Strom und Gas schlägt zunehmend auf die Privathaushalte durch. Mehrere Versorger haben Preiserhöhungen angekündigt oder bereits durchgesetzt. Experten rechnen mit einer Welle von Preisanhebungen in diesem Winter.

Häufig sind die Versorger über Terminmärkte im voraus abgesichert, so dass sich die Preissteigerung erst später auswirkt. Einige Anbieter, besonders unabhängige Billig-Anbieter, hatten indes auf fallende Preise gesetzt. Sie wurden davon kalt erwischt - und müssen an den Spotmärkten jetzt zu deutlich höheren Preisen einkaufen. Die ersten Gasversorger mussten deswegen bereits Insolvenz anmelden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Oktober 2021 um 11:40 Uhr in der Wirtschaft.