BMW-Produktion in Dingolfing | picture alliance / dpa

Hohe Nachfrage aus Fernost BMW und der China-Boost

Stand: 11.03.2021 15:51 Uhr

Der Autobauer BMW ist nicht ohne Blessuren durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Aber dank der Nachfrage aus China zog das Geschäft im zweiten Halbjahr deutlich an.

Ein Endspurt zum Jahresende hin hat dem Autobauer BMW geholfen, die pandemiebedingten Einbußen des abgelaufenen Geschäftsjahrs zumindest zu reduzieren. Vor allem die Nachfrage aus China ab dem zweiten Halbjahr verhinderte einen größeren Rückschlag.

Während die Auslieferungen in Europa 2020 um 15,5 Prozent und in den USA um 18,1 Prozent zurückgingen, verkaufte BMW in China sogar 7,4 Prozent Autos mehr als im Vorjahr. Die weltweiten Auslieferungen lagen mit insgesamt 2,3 Millionen Fahrzeugen um 8,4 Prozent unter dem Wert von 2019.

"Noch recht starke Zahlen"

Natürlich schlägt sich dieser Rückgang auch in der Bilanz nieder. Der BMW-Nettogewinn ging um 23 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zurück, der Umsatz sank um fünf Prozent auf knapp 99 Milliarden Euro.

Das zweite Halbjahr habe gezeigt, wie leistungsfähig BMW sei, sagte Konzern-Chef Oliver Zipse. "Wir blicken für 2021 zuversichtlich nach vorn und wollen die Wachstumsdynamik der letzten Monate beibehalten", ergänzte BMW-Finanzchef Nicolas Peter.

Frank Schwope, Autoexperte bei der NordLB, lobte die Bilanz trotzdem für "noch recht starke Zahlen" in Pandemie-Zeiten. "Die Ergebnisgrößen lagen zwar leicht unter den Markterwartungen, jedoch dürften diese insbesondere mit Blick auf die Verwerfungen durch Corona weniger aussagekräftig sein denn je", meint der Fachmann.

Daimler spart Kosten

Vor wenigen Wochen hatte der Konkurrent Daimler Zahlen vorgelegt. Die Stuttgarter profitierten ebenfalls von der Kauffreude der Chinesen. Zwar lag der Umsatz mit 154,3 Milliarden sogar elf Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn legte aber um fast die Hälfte auf vier Milliarden Euro zu. 2019 hatten allerdings milliardenschwere Altlasten des Dieselskandals den Gewinn belastet.

Ferner ist zu bedenken, dass in der Daimler-Bilanz BMW am ehesten mit dem Bereich "Mercedes Benz Cars and Vans" vergleichbar ist, der mit 98,5 Milliarden Euro einen ähnlichen Umsatz, aber ein höheres Ergebnis als BMW erzielte. Anders gesagt: Mercedes Benz verdient mehr pro verkauftem Fahrzeug.

Denn Mercedes tritt derzeit mit einem starken Arbeitsplatzabbau unter Daimler-Chef Ola Källenius deutlich auf die Kostenbremse. Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte 2020 um rund 10.000 auf gut 288.000.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 11. März 2021 um 17:42 Uhr.