Logo des Unternehmens BioNTech an einem Gebäude | picture alliance/dpa

Impfstoffhersteller BioNTech macht Milliardengewinn

Stand: 09.11.2021 14:44 Uhr

Der Mainzer Covid-19-Impfstoffhersteller hat im dritten Quartal noch mehr verdient als erwartet. Deshalb hebt der Pfizer-Partner seine Prognose für das Gesamtjahr weiter an.

Die anhaltende Corona-Pandemie beschert dem Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech Milliardengewinne. So hat das Unternehmen allein in den drei Sommermonaten zwischen Juli und September einen Nettogewinn von rund 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Branchenbeobachter hatten mit 2,5 Milliarden Euro gerechnet. Vor einem Jahr waren noch Verluste von rund 210 Millionen angefallen.

Allerdings ist auch der Umsatz gut eine Milliarde Euro höher aus gefallen als erwartet. Die Erlöse erreichten gut sechs Milliarden Euro, nach 67,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zwischen Januar und Ende September lag der Umsatz bei 13,44 Milliarden Euro.

Prognose angehoben

Wegen der guten Zahlen folgt BioNTech seinem amerikanischen Partner Pfizer und erwartet auch für das Gesamtjahr deutlich bessere Zahlen als bisher. Für 2021 prognostiziert das Mainzer Unternehmen nun Verkaufserlöse mit dem Corona-Vakzin von rund 16 bis 17 Milliarden Euro statt von bislang 15,9 Milliarden. Die Prognose basiert nun auf derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über bis zu 2,5 (zuvor rund 2,2) Milliarden Impfdosen in diesem Jahr. Insgesamt wollen BioNTech und Pfizer bis Jahresende weiterhin bis zu drei Milliarden Dosen herstellen. Für das kommende Jahr streben sie eine Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Dosen an.

Pfizer hatte jüngst seine Umsatzprognose für das Vakzin auf 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr angehoben - von zuvor 33,5 Milliarden - und erwartet weitere 29 Milliarden Umsatz 2022. BioNTech fuhr im dritten Quartal dank des Impfstoff-Geschäfts einen Umsatz von insgesamt 6,08 Milliarden Euro ein nach 67,5 Millionen vor Jahresfrist. Der Nettogewinn belief sich auf 3,2 Milliarden nach einem Verlust von 210 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Geldregen für die Stadt Mainz

Der Erfolg des Corona-Impfstoffherstellers eröffnet der Stadt Mainz einen ungeahnten Geldregen. Anstelle eines geplanten Minus von 36 Millionen Euro werde der Haushalt der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt am Jahresende voraussichtlich einen Überschuss in Höhe von 1,09 Milliarden Euro verzeichnen, kündigte Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) an. "Diese Entwicklung ist sensationell." Für 2022 sei ein Plus in Höhe von 490,8 Millionen Euro zu erwarten. Damit könne die Landeshauptstadt ihre Kassenkredite in Höhe von rund 634 Millionen Euro bezahlen und gelte bis Ende nächsten Jahres als schuldenfrei.