BioNTech-Chef Uğur Şahin | EPA

Firmenchef in Shanghai BioNTech verhandelt über Zulassung in China

Stand: 23.04.2021 13:15 Uhr

Eine Zulassung des Corona-Impfstoffes von BioNTech und Pfizer in China rückt offenbar näher. Als möglicher Termin wird der Juni genannt. BioNTech-Chef Şahin führte dazu Gespräche in Shanghai.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

In die Frage, wann der Covid-19-Impfstoff der Hersteller BioNTech und Pfizer auch in China genutzt werden kann, kommt offensichtlich Bewegung. Nach ARD-Informationen war BioNTech-Chef Uğur Şahin in den vergangenen Tagen in Shanghai, um Details zu besprechen - trotz zweiwöchiger Pflicht-Quarantäne bei der Einreise nach China. In Shanghai ist die Firmenzentrale des chinesischen Pharmakonzerns Fosun. Mit ihm arbeiten BioNTech und Pfizer beim Covid-19-Impfstoff zusammen.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Gespräche mit hochrangigen Vertretern

Seit Monaten bemühen sich beide Seiten darum, im Ausgangsland der Corona-Pandamie eine Zulassung für den mRNA-Impfstoff zu bekommen, der in Deutschland entwickelt wurde. Sobald die behördliche Genehmigung da ist, soll in China die Massenproduktion beginnen.

Şahin hat deswegen in Shanghai unter anderem mit Li Qiang gesprochen, dem örtlichen Chef der Kommunistischen Partei. Er ist der hochrangigste Politiker der Region Shanghai. Obwohl Şahin in der Stadt war, sprach er mit Li über eine Videoschalte.

Zulassung möglicherweise im Juni

Ein Manager von Fosun sagte der ARD, er rechne mit einer Zulassung des Impfstoffes im Juni. BioNTech in Mainz äußerte sich bisher nicht zum Besuch des Firmenchefs in der Volksrepublik.

In China wird seit Ende vergangenen Jahres systematisch geimpft, bisher nur mit in China entwickelten und produzierten Präparaten. Die Impfquote liegt bisher deutlich unter der in Europa und den USA. Vollständige Ergebnisse klinischer Studien wurden bisher zu keinem der chinesischen Impfstoffe vorgelegt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2021 um 13:28 Uhr.