Supreme Court in Washington | AFP

Glyphosat-Streit Bayer hofft auf den Supreme Court

Stand: 13.12.2021 19:32 Uhr

Im Streit über die Gesundheitsrisiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat hat der Oberste Gerichtshof der USA die Regierung in Washington um Stellungnahme gebeten. Was bedeutet das für den Bayer-Konzern?

Der Leverkusener Chemiekonzern Bayer macht sich Hoffnung, dass er millionenschwere Schadensersatzzahlungen in den USA doch noch zurückweisen kann. Nach einem Berufungsantrag beim Supreme Court in Washington hat dieser nun um Stellungnahme der US-Regierung gebeten.

Das deutet darauf hin, dass die obersten Richter den Fall für wichtig genug halten könnten, darüber zu beraten. Konkret geht es um einen Fall, bei dem ein Mann seine Krebserkrankung auf den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup von Bayer zurückführt und der in erster Instanz 25 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen bekam.

Bislang Niederlagen in allen Berufungsverfahren

Bayer sieht sich nun bestärkt, weil in der Vergangenheit Regierungsinstitutionen wie die Umweltbehörde EPA Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft hatten. Man werde sich deshalb auch vorläufig auf keinerlei Vergleichsverhandlungen mit Klägern mehr einlassen, so Bayer in einer Stellungnahme.

Nach den üblichen Zeitpläne werden die US-Richter nun bis voraussichtlich Ende Juni entscheiden, ob sie den Fall zulassen. Bislang hat Bayer in der Glyphosat-Klagewelle in den USA drei Prozesse in erster Instanz mit millionenschweren Schadenersatzzahlungen verloren und in allen bisherigen Berufungsverfahren Niederlagen erlitten. In einem dieser Fälle - dem des kalifornischen Klägers Edwin Hardeman - zogen die Leverkusener vor den Obersten Gerichtshof der USA.

Milliarden-Rückstellung

Bayer hatte sich die teuren juristischen Konflikte rund um Roundup 2018 mit dem mehr als 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage vor Gericht im Sommer 2018 war die Zahl der Kläger rasant gestiegen. Der Bayer-Aktienkurs hat sich seither in etwa halbiert.

Für den Fall, dass der Supreme Court sich mit dem Glyphosat-Verfahren nicht befassen will oder letztlich gegen Bayer entscheidet, hat der Konzern Rückstellungen von 4,5 Milliarden Dollar gebildet. Mit dem Geld würde dann ein Programm aufgesetzt, um in den kommenden 15 Jahren mit den Forderungen neuer Kläger umzugehen.

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL am 13. Dezember 2021 um 19:39 Uhr.