Ein Bauhelm hängt an Fundament-Stangen auf einer Baustelle. | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Materialkosten treiben Preise Bauen wird noch teurer

Stand: 07.02.2022 11:06 Uhr

Die Preise für die Errichtung von Häusern und Wohnungen in Deutschland sind 2021 stark gestiegen. Die Branche erwartet, dass die Baupreise 2022 nochmals kräftig anziehen - wenn auch weniger stark als im Vorjahr.

Die Baupreise in Deutschland werden voraussichtlich in diesem Jahr abermals deutlich zulegen. Der starke Preisanstieg des Jahres 2021 mit einem Plus von sechs Prozent werde sich fortsetzen, wie der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, sagte. Das sei der stärkste Anstieg in mehr als 20 Jahren gewesen.

Plus vier nach plus sechs Prozent erwartet

In diesem Jahr rechnet der Verband mit einem Zuwachs von weiteren vier Prozent. "Das heißt, es beruhigt sich etwas, die Preise steigen aber immer noch", so Pakleppa. Es sei nicht absehbar, ob das Preisniveau von vor der Pandemie wieder erreicht werde. "Und das liegt vor allem an den stark gestiegenen Materialpreisen".

Bauholzpreis verdoppelt

Den größten Preisanstieg habe es bei Bauholz gegeben. Hier haben sich die Preise im vergangenen Jahr laut Pakleppa in etwa verdoppelt. "Bei Kunst- und Dämmstoffen waren es etwa 30 bis 40 Prozent, bei Stahl 70 Prozent." Seit dem Jahreswechsel sei Bauholz etwas günstiger geworden. "Wir liegen jetzt bei einem Plus von 89 Prozent im Vergleich zur Vorpandemiezeit, also nach wie vor auf sehr hohem Niveau." Als weitere Preistreiber für die Bauwirtschaft hat der Verband Energiepreise, Lohnsteigerungen und die Inflation ausgemacht.

Pakleppa sieht die Baubranche vor schwierigen Herausforderungen. "Auf der einen Seite steht das Ziel im Koalitionsvertrag, dass 400.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden sollen und dass man möglichst zu verträglichen Preisen Wohnungen mieten kann." Auf der anderen Seite gebe es ambitionierte Ziele im Bereich Nachhaltigkeit und Klimawende. "Auch solche Anforderungen führen dazu, dass Bauen teurer wird, weil wir energetisch hochwertiger bauen müssen."

Weitere Preiserhöhungen drohen

Auch in anderen Branchen drohen weitere Preiserhöhungen. Die Unternehmen in Deutschland planen laut einer Umfrage des Ifo-Instituts weitere Preiserhöhungen. Ihre Preiserwartungen für die nächsten drei Monate stiegen im Januar auf einen neuen Höchststand, wie das Ifo-Institut mitteilte. Die Unternehmen gäben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren an ihre Kunden weiter.

So planen der Umfrage zufolge über 60 Prozent der Großhändler und knapp 58 Prozent der Einzelhändler Preiserhöhungen. Unter dem Schnitt liegen Dienstleister mit 41,9 Prozent und das Baugewerbe mit 41,5 Prozent.