Jes Staley | picture alliance/AP Images

Wechsel an Konzernspitze Barclays-Chef stolpert über Epstein-Affäre

Stand: 01.11.2021 14:32 Uhr

Der Chef der drittgrößten britischen Bank Barclays Jes Staley gibt seinen Posten ab. Hintergrund ist seine Verbindung zum mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Der Vorstandschef der britischen Bank Barclays Jes Staley ist zurückgetreten. Grund sind Erkenntnisse zum Verhältnis Staleys zu dem inzwischen gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seine Aussagen dazu gegenüber der britischen Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority). Die FCA hatte die Bank und den Manager am Freitagabend von nicht näher erläuterten Erkenntnissen einer vorläufigen Untersuchung und Staleys Aussagen dazu gegenüber der FCA unterrichtet. Daraufhin hätten sich das Unternehmen und der Manager auf einen Rückzug geeinigt, teilte Barclays heute in London mit. 

Staley wolle sich gegen die Feststellungen zur Wehr setzen. Der 64-Jährige hatte zu seiner Zeit bei der US-Bank JPMorgan Kontakt mit dem Finanzier und Multimillionär Epstein. Er war seit Dezember 2015 Chef von Barclays.

Gehalt noch für ein Jahr

Staley sei laut der Untersuchung weder Zeuge von mutmaßlichen Verbrechen Epsteins gewesen, noch habe er Kenntnis von diesen gehabt, hieß es von Barclays weiter. Das sei auch der zentrale Grund gewesen, warum Barclays ihn nach der Verhaftung Epsteins im Sommer 2019 unterstützt habe. Der Manager habe die Großbank erfolgreich und mit viel Einsatz geleitet. Er erhalte noch ein Jahr lang sein Gehalt von 2,4 Millionen Pfund. Das sind umgerechnet 2,8 Millionen Euro.

Nachfolger von Staley soll der Topmanager C.S. Venkatakrishnan werden. Er leitete bislang das Segment Globale Märkte bei Barclays. Seine Berufung muss noch von Behörden bestätigt werden.

C. S. Venkatakrishnan | Barclays

Bild: Barclays

Epstein, der sich 2019 im Gefängnis das Leben nahm, steht im Zentrum eines Missbrauchsskandals. Er soll gemeinsam mit seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die derzeit in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess wartet, jahrelang Dutzende Mädchen und junge Frauen in ihre Abhängigkeit gebracht und sexuell missbraucht sowie anderen Männern zugeführt haben. In diesem Zusammenhang hatte es auch Vorwürfe gegen Prinz Andrew gegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2021 um 14:00 Uhr.