Züge stehen am Münchner Hauptbahnhof | dpa

Corona-Folgen für Bahnverkehr Viel weniger Fahrgäste, mehr Güter

Stand: 07.01.2022 15:37 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie haben den Bahnverkehr 2021 hart getroffen. Im Nah- und Fernverkehr lag die Zahl der Fahrgäste nicht einmal halb so hoch wie in Vor-Krisenzeiten. Ganz anders sah es im Güterverkehr aus, wie eine Untersuchung der Bundesnetzagentur zeigt.

Von Anne Burghard, WDR

Besonders Fernreisen mit der Bahn wurden im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 erheblich weniger gebucht. Die Zahl der Fahrgäste sei im ersten Halbjahr 2021 um 63 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 zurückgegangen, berichtet die Bundesnetzagentur. Im Nahverkehr summierte sich der Rückgang danach auf 56 Prozent.

Trotz der geringen Nachfrage hielt die Deutsche Bahn ihr Angebot aufrecht und ließ die Züge weiter fahren. Nicht so die privaten Fernverkehrsanbieter: Dort seien die Verbindungen zum Großteil noch gar nicht wiederaufgenommen worden, so die Bundesnetzagentur.

Milliardenverlust trotz Hilfszahlungen

Mit Fördermitteln aus dem Rettungsschirm hat die Bundesregierung die Verluste nur teilweise ausgeglichen. Die Bundesnetzagentur schätzt darüber hinaus die gesamten Verluste im Fernverkehr auf bis zu 1,1 Milliarden Euro - nach Abzug der staatlichen Hilfen.

Im Güterverkehr hingegen gab es Zuwächse. Dort sind 2021 wesentlich mehr Waren auf der Schiene transportiert worden als vor Corona. Das gilt insbesondere für die privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen, die ihren Marktanteil auf 55 Prozent steigern konnten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Januar 2022 um 14:01 Uhr.